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2 Die Zukunft der Fische – die Fischerei der Zukunft

Stand der Weltfischerei

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3.6 > Ein mit Heringen prall gefülltes  Netz wird an Bord des norwegischen  Fangschiffs „Svanug Elise“ gezogen.  2004 war der letzte starke Heringsjahrgang vor Norwegen.  © Jean Gaumy/Magnum Photos/Agentur Focus

3.6 > Ein mit Heringen prall gefülltes Netz wird an Bord des norwegischen Fangschiffs „Svanug Elise“ gezogen. 2004 war der letzte starke Heringsjahrgang vor Norwegen.

Das Umdenken beginnt

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. In vielen Regionen ist die ungehemmte Jagd auf den Fisch vorbei. Nachdem in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren nach und nach Bestände zusammenbrachen, wurde der Fischereiwirtschaft und den politischen Entscheidern in verschiedenen Ländern klar, dass die Überfischung nicht nur ein ökologisches, sondern vor allem ein volkswirtschaftliches Problem ist, denn viele Fischer verloren ihre Arbeit. Einige Nationen zogen daraus Konsequenzen. Australien, Kanada, Neuseeland und die USA beispielsweise haben Fischereimanagementpläne entwickelt, die den Fang so weit einschränken, dass eine Überfischung künftig weitgehend vermieden wird. Auch in Europa hat man zum Teil aus den Fehlern gelernt. Nachdem der Nordseehering in den 1970er Jahren massiv überfischt worden war, wurde sein Fang für mehrere Jahre gestoppt. Der Bestand erholte sich. Auch in diesem Fall wurde ein Fischereimanagement eingeführt, um einen erneuten Kollaps zu verhindern. Viele andere Meeresregionen und Bestände werden allerdings bis heute nicht nachhaltig befischt. Ein solches Gebiet ist der Golf von Biskaya, in dem unter anderem der Europäische Seehecht (Merluccius merluccius) starkem Fischereidruck ausgesetzt ist. Darüber hinaus sind im Mittelmeer viele Bestände überfischt. So zeigt sich derzeit weltweit ein uneinheitliches Bild. In einigen Regionen gibt es Bestrebungen, Bestände durch gutes Management zu erhalten und nachhaltig zu befischen. Andernorts haben kurzzeitig hohe Profite noch immer Vorrang vor einer schonenden, langfristig ertragreichen Fischerei. Es ist daher zu befürchten, dass weiterhin Bestände zusammenbrechen. Zwar können sich kollabierte Bestände wieder erholen, wenn der Fischfang gestoppt oder massiv eingeschränkt wird. Mitunter kann es aber auch dauern, bis eine solche Regeneration eingetreten ist. Der Herings­bestand vor Norwegen brauchte rund 20 Jahre, um sich von der Überfischung zu erholen. Die Bestände des Nordseeherings hingegen nahmen erfreulicherweise schon nach wenigen Jahren wieder zu, sodass der Fangstopp aufgehoben werden konnte. Grundsätzlich aber bedeutet eine Überfischung für die Fischindustrie, dass ihr ehemals ertragreiche Bestände für längere Zeit verloren gehen.
3.7 > Die FAO teilt die Meere in 19 Fanggebiete ein, die sich deutlich in der jährlichen Fangmenge unterscheiden (in Tonnen Lebendgewicht). Die Balkendiagramme zeigen, in welchem Zustand die Bestände in den entsprechenden Meeresgebieten sind. Dabei werden die Angaben der FAO (basierend auf rund 500 Beständen) mit Daten einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe (basierend auf rund 2000 Beständen) ver­glichen.
3.7 > Die FAO teilt die Meere in 19 Fanggebiete ein, die sich deutlich in der jährlichen Fangmenge unterscheiden (in Tonnen Lebendgewicht). Die Balkendiagramme zeigen, in welchem Zustand die Bestände in den entsprechenden Meeresgebieten sind. Dabei werden die Angaben der FAO (basierend auf rund 500 Beständen) mit Daten einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe (basierend auf rund 2000 Beständen) ver­glichen. Zwar wurde der Zustand der Bestände mithilfe unterschiedlicher Methoden ermittelt, dennoch sind die Datensätze miteinander vergleichbar. Die Arktis wird hier wegen der geringen Fangmengen nicht im Detail dargestellt. Die roten Zahlen geben die FAO-Nummer des jeweiligen Fanggebiets an. Die Fanggebiete unterscheiden sich stark in ihrer Produktivität. Die Küstengebiete, genauer:  die Kontinentalschelfe, sind in der Regel viel produktiver als die Hohe See. Im FAO-Gebiet 81 etwa gibt es nur wenige Schelfgebiete, entsprechend gering ist die Fangmenge. Die Fischbestände sind aber in gutem Zustand (nach Angaben der FAO). Eine geringe Fangmenge ist also nicht zwangsläufig ein Anzeichen dafür, dass die Fischbestände in einem Gebiet in schlechtem Zustand sind.  © maribus, nach FAO

Ein kleine Reise um die Welt – die FAO-Fanggebiete

Die FAO teilt die Ozeane in 19 verschiedene Fanggebiete ein. Diese regionale Einteilung ist historisch gewachsen. Sie vereinfacht die Erfassung der Fänge, weil die regionalen Behörden eng mit ihren jeweiligen Fischereiverbänden zusammenarbeiten. Heute erscheinen andere Einteilungen sinnvoller – etwa Einteilungen nach großräumigen Meeresökosystemen. Dennoch ist die klassische Einteilung der FAO nach wie vor ein probates Mittel, um einen weltweiten Vergleich anzustellen. Die 19 Regionen wiederum werden drei Kategorien zugeordnet: Es gibt Gebiete, in denen die Fangmengen seit 1950 schwanken, Gebiete, in denen die Fangmengen mit den Jahren abgenommen haben, und Gebiete, in denen die Fangmengen kontinuierlich zugenommen haben. Bei dieser Analyse berücksich­tigt die FAO erneut jene rund 500 Fischbestände, für die verlässliche Bestandsberechnungen vorliegen. 4 der 19 Gebiete allerdings werden im Folgenden nicht näher betrachtet, nämlich die Arktis und die 3 antarktischen Gebiete, weil in ihnen kaum Fischfang betrieben wird oder weil nur wenige Bestände kommer­ziell genutzt werden.

Gebiete mit schwankender Fangmenge

Zur ersten Gruppe zählen der Mittlere Ostatlantik (FAO-Gebiet 34), der Südwestatlantik (41), der Nordwestpazifik (61), der Nordostpazifik (67), der Östliche Pazifische Ozean (77) und der Südostpazifik (87). In den letzten 5 Jahren lieferten diese Gebiete durchschnittlich 52 Prozent der weltweiten Fangmenge. Das bedeutendste Fanggebiet weltweit ist heute der Nordwestpazifik. Im Jahr 2010 wurden in dieser Region 21 Millionen Tonnen Fisch gefangen – mehr als ein Viertel der weltweiten marinen Gesamtfangmenge. Kleine pelagische Fische wie etwa die Japanische Sardelle haben hier den größten Anteil am Gesamtfang. Der Östliche Pazifische Ozean und der Südostpazifik sind ebenfalls besonders produktiv, weil hier die nährstoffreichen Auftriebs­gebiete vor Südamerika liegen. Sie zeichnen sich durch besonders starke Schwankungen der Fangmenge aus, die teilweise von Jahr zu Jahr auftreten. Ein Grund dafür ist die große Menge kleiner Schwarmfische (Sardinen und Sardellen), deren Bestandsgrößen stark von den Strömungen in den Auftriebsgebieten abhängen. In diesen Gebieten steigt nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe auf. Darin gedeiht das Plankton besonders gut, von dem sich die Fische ernähren. Schwächt sich die Strömung aufgrund von Klimaschwankungen ab, gibt es weniger Plankton und damit weniger Nahrung für die Fische.
3.8 > Die FAO zählt den Nordwestpazifik zu den Gebieten mit schwankender Fangmenge.
3.8 > Die FAO zählt den Nordwestpazifik zu den Gebieten mit schwankender Fangmenge. © nach FAO (2012)

Laicher Als Laicher bezeichnet man die männlichen und weiblichen geschlechtsreifen Fische, die durch Produktion von Nachkommen dazu beitragen, den Bestand zu erhalten. Schrumpft die Menge der Laicher durch intensive Fischerei oder ungüns­tige Umweltbedingungen, kann der Bestand zusammenbrechen, weil nicht genug Nachkommen gezeugt werden.

Verglichen mit dem Gesamtzustand der Fischbestände weltweit, sieht es im Mittleren Ostatlantik besonders düster aus: 53 Prozent der Bestände in diesem Gebiet gelten als überfischt, 43 Prozent als voll genutzt und nur 4 Prozent als gemäßigt genutzt – etwa vor dem Senegal. Hier dominiert die Sardine (Sardina pilchardus). Auch im Südwestatlantik ist die Situation angespannt. Wichtige Fischarten sind der Argentinische Seehecht und die Sardelle vor Brasilien. Beide sind vermutlich überfischt. Letztere scheint sich aber, so Experten, zu erholen. 50 Prozent der Bestände des Südwestatlantiks gelten als überfischt, 41 Prozent als voll genutzt und 9 Prozent als gemäßigt genutzt. Vergleichsweise erfreulich sind die FAO-Daten für den Nordostpazifik. In diesem Gebiet erreichte die jährliche Fangmenge in den 1980er Jahren einen Spitzenwert. Alaska-Pollack, Kabeljau und Seehecht machen hier den größten Teil des Fangs aus. Heute gelten 80 Prozent der Bestände in dieser Region als voll genutzt und jeweils 10 Prozent als überfischt und gemäßigt genutzt.

Gebiete mit abnehmender Fangmenge

Zu jenen Gebieten, in denen die Fangmengen im Laufe der Jahre abgenommen haben, zählen der Nordwestatlantik (FAO-Gebiet 21), der Nordostatlantik (27), der Mittlere Westatlantik (31), das Mittelmeer und das Schwarze Meer (beide 37), der Südostatlantik (47) und der Südwestpazifik (81). In den letzten 5 Jahren lieferten diese Gebiete durchschnittlich 20 Prozent der weltweiten Fangmenge. In einigen Gebieten gingen die Fangmengen zurück, weil der Fischfang durch das Fischereimanagement beschränkt wurde. Die Fischbestände sollen sich dort erholen. Wenn die Fangmenge eines Bestands in der Jahresstatistik schrumpft, liegt das also keineswegs immer daran, dass ein Bestand zusammenbricht oder überfischt wurde. Im Nordostatlantik beispielsweise wurde der Druck auf Kabeljau, Scholle und Seezunge verringert. Für die wichtigsten Bestände dieser Arten gibt es entsprechende Managementpläne. Erfreulicherweise hat im Nordostatlantik der Laicherbestand des Nordost-Arktischen Kabeljaus wieder zugenommen – insbesondere im Jahr 2008. Offensichtlich hat sich der Bestand erholt, nachdem er sich noch in den 1960er bis 1980er Jahren auf einem niedrigen Niveau befunden hatte. Auch die Lage des Nordost-Arktischen Köhlers und des Nordost-Arktischen Schellfischs hat sich verbessert. Andererseits gibt es in Bereichen des Nordostatlantiks nach wie vor Bestände dieser Arten, die überfischt sind. Besonders stark ist die Fangmenge des Blauen Wittlings gesunken – von 2,4 Millionen Tonnen im Jahr 2004 auf 540 000 Tonnen im Jahr 2010 und 100 000 Tonnen im Jahr 2011. Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die Fischerei nicht schnell genug auf eine plötzliche Veränderung der Reproduktion reagierte. Zwischen 1997 und 2004 hatten die Blauen Wittlinge aus bis heute unbekannten Gründen besonders viel Nachwuchs produziert. Entsprechend stark wurde die Art befischt. Nach 2004 aber nahm die Reproduktion plötzlich stark ab. Dennoch fischte man intensiv weiter. Durch die starke Senkung der Fangmengen in den letzten Jahren konnte sich der Bestand jedoch regenerieren. Im Jahr 2012 durften schon wieder fast 400 000 Tonnen gefangen werden. Bedenklich ist der Zustand verschiedener Tiefseefischarten. Alles in allem sind 62 Prozent der untersuchten Bestände im Nordostatlantik voll genutzt, 31 Prozent überfischt und 7 Prozent gemäßigt genutzt.

Zusatzinfo Das Ende des Fischs?

Auch im Nordwestatlantik sind nach wie vor Fischbestände in schlechtem Zustand. Kabeljau oder Rotbarsch zum Beispiel haben sich von der intensiven Fischerei in den 1980er Jahren noch nicht erholt, obwohl die kanadischen Behörden den Fischfang stoppten. Experten führen den Zustand dieser Bestände auf ungüns­tige Umweltbedingungen und auf Nahrungskonkurrenz zurück (Kapitel 1). Andere Bestände, die durch ein entsprechendes Fischereimanagement geschont werden, scheinen hingegen wieder zu wachsen. Dazu zählen Bestände des Dornhais, der Gelbschwanzflunder, des Atlantischen Heilbutts, des Schwarzen Heilbutts und des Schellfischs. Die Bestände des Nordwestatlantiks sind zu 77 Prozent voll genutzt, zu 17 Prozent überfischt und zu 6 Prozent gemäßigt genutzt. Im Südostatlantik ist die Fangmenge seit den 1970er Jahren deutlich geschrumpft, von einstmals 3,3 Millionen Tonnen auf nur noch 1,2 Millionen Tonnen im Jahr 2009. Das ist zum einen auf Überfischung zurückzuführen, zum anderen auf eine Verringerung der Fangmengen durch ein behutsames Fischereimanagement. Das gilt insbesondere für den in diesem Gebiet bedeutenden Seehecht. Dank entsprechender Fischereimaßnahmen, die 2006 eingeführt wurden, scheinen sich einige Seehechtbestände inzwischen zu erholen, wie die Tiefwasserart Merluccius paradoxus vor Südafrika und die Flachwasserart Merluccius capensis vor Namibia. Die Bestände der ehemals sehr zahlreichen Südafrikanischen Sardine hingegen scheinen nach einer Phase intensiven Fischfangs überfischt zu sein. 2004 wurde der Bestand noch als voll genutzt eingestuft. Aufgrund ungünstiger Umweltbedingungen aber schrumpfte er in den Folgejahren abermals. Das Beispiel macht deutlich, wie schnell ein voll genutzter Bestand in den überfischten Zustand kippen kann und wie wichtig ein vorausschauendes und nachhaltiges Fischereimanagement ist. Verschlechtert hat sich auch der Zustand des Stöckers vor Angola und Namibia. Seit 2009 gilt der Bestand als überfischt. Das Mittelmeer und das Schwarze Meer werden zu einem FAO-Gebiet zusammengefasst. Dort sieht die Lage ebenfalls nicht besonders gut aus. 50 Prozent der von der FAO analysierten Bestände sind überfischt, 33 Prozent voll genutzt, 17 Prozent gemäßigt genutzt. So gelten alle Bestände des Europäischen Seehechts (Merluccius merluccius) und der Meerbarben (Mullus barbatus) als überfischt. Über den Zustand der Meerbrassen und Seezungen liegen zu wenige Informationen vor. Vermutet wird aber, dass auch diese überfischt sind. Die wichtigsten Bestände der kleinen pelagischen Fische (Sardine und Sardelle) gelten als voll genutzt oder überfischt.
verschiedene Fische © Sonia Schadwinkel / Greenpeace (8), Rote Meerbarbe: Jon Baldur Hildberg

Gebiete mit wachsender Fangmenge

Zu den Arealen, in denen seit den 1950er Jahren kontinuierlich mehr Fisch gefangen wird, gehören nur drei FAO-Gebiete: der Westliche Pazifische Ozean (FAO-Gebiet 71) sowie der Östliche Indische Ozean (57) und der Westliche Indische Ozean (51). Im Westlichen Pazifischen Ozean ist die Fang­menge seit 1970 kontinuierlich auf einen Spitzenwert von 11,7 Millionen Tonnen Fisch im Jahr 2010 gewachsen – immerhin rund 14 Prozent des weltweiten Fangs. Inzwischen ist der Zustand der Bestände bedenklich. Die meis­ten von ihnen werden als voll genutzt und überfischt eingeschätzt – insbesondere im westlichen Teil des Südchinesischen Meeres. Die hohen jährlichen Fänge dort, so wird vermutet, gehen darauf zurück, dass sich die intensive chinesische Fischerei in den bislang weniger befischten Bereich des westlichen Südchinesischen Meeres ausgebreitet hat. Die FAO betont aber auch, dass die hohen Fangzahlen möglicherweise irreführend sind. In China wurden viele Jahre lang die Fangstatistiken nach oben korrigiert, um das Plansoll zu erfüllen. So ist anzunehmen, dass Fische beim Transport doppelt gezählt wurden. Daher ist sogar denkbar, dass mit den falschen Angaben eine Trendumkehr, eine Abnahme der Fischbestände, im Westlichen Pazifischen Ozean verdeckt wird. Auch im Östlichen Indischen Ozean ist die jährliche Fangmenge über die Jahre enorm gestiegen. Dieser Trend hält an. Allein zwischen den Jahren 2007 und 2010 wurde der Fang um 17 Prozent gesteigert. Im Golf von Bengalen und in der Andamanensee nehmen die Fangmengen stetig zu. Rund 42 Prozent des Fangs werden aber keiner bestimmten Fischart zugerechnet und schlicht als „marine fishes not identified“ (unidentifizierte Meeresfische) verbucht. Das allerdings ist bedenklich, weil sich die Fischbestände der verschiedenen Arten in dieser stark genutzten Region so überhaupt nicht einschätzen lassen.
In jedem der 19 von der FAO betrachteten Fanggebiete gibt es zahlreiche Teilgebiete, die sich unterschiedlich entwickeln. Selbst wenn in einem Fanggebiet die Fangmenge in der Summe wächst, können die Bestände einzelner Teilgebiete einen entgegengesetzten Trend aufweisen. So nimmt die Fangmenge im Östlichen Indischen Ozean zwar allgemein zu, in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Australiens aber, einem Teilgebiet davon, nehmen die Fangmengen aufgrund von Managementplänen ab. Was die Schonung der Fischbestände angeht, gilt Australien neben Neuseeland inzwischen als vorbildlich. Auslöser war ein ministerieller Beschluss im Jahr 2005, mit dem die Überfischung in der AWZ beendet und eine Erholung der Bestände möglich wurde. Der Westliche Indische Ozean gilt seit Langem als ein Gebiet, in dem die Fangmengen stark gestiegen sind. 2006 wurde ein vorläufiger Höchstwert erreicht. Seitdem haben die Fänge ein wenig abgenommen. 2010 lag die Fangmenge bei 4,3 Millionen Tonnen. Aktuelle Unter­suchungen zeigen, dass die weitverbreitete Spanische Makrele (Scomberomorus commerson), die im Roten Meer, im Persischen Golf, im Golf von Oman und vor Indien und Pakistan vorkommt, überfischt ist. Die Fangzahlen aus diesen Gebieten sind nur lückenhaft, sodass sich der Bestand schlecht einschätzen lässt. In anderen Regionen bemüht man sich inzwischen um valide Daten. Die für den Südwesten des Westlichen Indischen Ozeans zuständige Fischereimanagementorganisation Southwest Indian Ocean Fisheries Commission hat 2010 eine Schätzung für 140 Arten durchgeführt. Zwar haben auch diese Daten Lücken, dennoch ist der Versuch, den Zustand der Bestände in der Region systematisch zu erfassen, lobenswert. Insgesamt sind 65 Prozent der Bestände im Westlichen Indischen Ozean voll genutzt, 29 Prozent überfischt und 6 Prozent gemäßigt genutzt. >
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