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5 Die Küsten – ein wertvoller Lebensraum unter Druck

Die Kunst, Küsten zu verwalten

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Abb. 4.11: Die Schnecke <em>Concholepas concholepas</em> ist in Chile eine beliebte Meeresfrucht. Für ihren Fang wurden räumlich begrenzte und von einzelnen lokalen Kooperativen verwaltete Fischereiterritorien entlang der chilenischen Küste eingerichtet. © https: ©//archive.org/details/ illustrationsdez00lesso

4.11 > Die Schnecke Concholepas concholepas ist in Chile eine beliebte Meeresfrucht. Für ihren Fang wurden räumlich begrenzte und von einzelnen lokalen Kooperativen verwaltete Fischereiterritorien entlang der chilenischen Küste eingerichtet.

Schutz durch regionale Selbstverwaltung

Um Küstengebiete nachhaltig zu nutzen, kann es reichen, dass eine einzige betroffene Nutzergruppe ihr Verhalten ändert. Das gilt etwa für die handwerkliche Fischerei in verschiedenen Küstenregionen, die sich durch neue Managementmethoden so gestalten lässt, dass die Bestände schonend genutzt werden. Ein Beispiel ist die chilenische Locos-Fischerei. Locos sind Schnecken der Art Concholepas concholepas, der sehr beliebten sogenannten Chilenischen Seeohren, die an der Küste von Tauchern vom Meeresboden aufgelesen werden. Fischereien wie diese werden von Fischereibiologen als „S-Fischerei“ bezeichnet, ein Begriff der sich von den englischen Bezeichnungen „small-scale fisheries“ (kleinskalige, handwerkliche Fischerei), „sedentary stock“ (ortsfester Bestand) und „spatially structured“ (räumlich strukturiert) ableitet. Räumlich strukturiert bedeutet, dass es in einer Region an diversen Stellen verschiedene, räumlich von­einander getrennte Populationen gibt. Bei der S-Fischerei besteht die Gefahr darin, dass diese Populationen lokal überfischt werden.

Genau das passierte in Chile in der Vergangenheit. War eine Population komplett abgeerntet, fuhren die Tauchfischer in das nächste Gebiet. Das führte zu Konflikten mit den jeweils ortsansässigen Tauchfischern, weil sich dadurch der Druck auf die dortige Population erhöhte. Ende der 1980er-Jahre waren die Locos-Bestände so weit geschrumpft, dass es entlang der ganzen Küste zur Krise in der Locos-Fischerei kam. Viele Fischer verloren ihre Arbeit. Die chilenische Regierung setzte deshalb 1991 ein neues Managementsystem durch, mit dem räumlich begrenzte Fischereiterritorien entlang der Küste und entsprechende lokal verortete Tauchfischerkooperativen eingerichtet wurden. Den in dem Gebiet ansässigen Kooperativen wurden damit exklusive Nutzungsrechte und eine Selbstverwaltung zugestanden. Im Spanischen werden diese Gebiete mit territorialem Nutzungsrecht als Áreas de Manejo y Explotación de Recursos Bentónicos (AMERB, Management- und Nutzungsgebiete benthischer Ressourcen) bezeichnet. Man spricht auch vom AMERB-Management. International wird diese Art von lokalem Management als territoriale Nutzungsrechte in der Fischerei (Territorial Use Rights in Fisheries, TURFs) bezeichnet. Dieses territoriale Fischereinutzungsrecht wurde nur dann gewährt, wenn sich die Tauchfischer zu Kooperativen zusammenschlossen, um dann mit Experten­unter­stützung einen Managementplan für eine künftige schonende Nutzung der Locos-Population in einem bestimmten Gebiet auszuarbeiten – etwa bezüglich der Höchstmengen, die dem Meeresgebiet täglich entnommen werden dürfen. Diese Höchstmengen wurden dann auf jedes einzelne Mitglied der Kooperative umgelegt. Tauchfischer aus anderen Küstengebieten und Kooperativen waren vom Fang in diesem Gebiet ausgeschlossen. Durch den Zusammenschluss zu Kooperativen ergab sich für die Fischer zudem eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Zwischen­händlern. Während die Tauchfischer früher meist allein nach Locos gefischt und ihren Fang weiterverkauft hatten, konnten sie nun einen gemeinsamen Preis für die Muscheln vereinbaren.
4.13 > Die Zucht von Algen könnte sich künftig in vielen Regionen am Indischen Ozean und im Pazifik als Alternative zum Fischfang etablieren. Der Vorteil der Algenzucht ist, dass diese kostengünstig ist, weil nur wenige Geräte und Materialien benötigt werden.
Abb. 4.13: Die Zucht von Algen könnte sich künftig in vielen Regionen am Indischen Ozean und im Pazifik als Alternative zum Fischfang etablieren. Der Vorteil der Algenzucht ist, dass diese kostengünstig ist, weil nur wenige Geräte und Materialien benötigt werden. © https: ©//commons.wikimedia.org/wiki/ File: ©Seaweed_farm_uroa_zanzibar.jpg (Stand: © 08.2017)
Abb. 4.12: Ein Fischmarkt in Bangladesch. Hier werden vor allem Hilsa-Heringe verkauft, die in der Region, dem Golf von Bengalen, besonders beliebt sind. Nach jahrelanger Überfischung ist es jetzt in einem internationalen Projekt gelungen, für den gesamten Golf ein schonendes Fischereimanagement zu entwickeln. © Fernando Moleres/laif

4.12 > Ein Fischmarkt in Bangla­desch. Hier werden vor allem Hilsa-Heringe verkauft, die in der Region, dem Golf von Bengalen, besonders beliebt sind. Nach jahrelanger Über­fischung ist es jetzt in einem internationalen Projekt gelungen, für den gesamten Golf ein schonendes Fischerei­manage­ment zu entwickeln.
Tatsächlich erholten sich die Locos-Bestände, sodass das AMERB-Management zu einem Erfolg wurde. In der Folge wurde das Prinzip in Chile auch für andere Fischer­eien übernommen. Heute werden etwa 45 bodenbewohnende Organismen wie etwa Muscheln, Schnecken, aber auch Algen nach AMERB-Managementplänen befischt.
Doch nicht in jedem Fall war diese Art des Managements ein Erfolg. Zwischenzeitlich brachen verschiedene Bestände zusammen und das sorgfältig ausgearbeitete AMERB-Konzept wurde hinfällig. Ein maßgeblicher Grund dafür war, dass die Populationsdynamik bestimmter Organismen nicht ausreichend erforscht war und es aufgrund von Fehleinschätzungen zu einer Überfischung kommen konnte.

Alternativen zur Fischerei

Eine Strategie heutiger ICZM-Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern besteht darin, mit der Küstenbevölkerung vor Ort alternative Einkommensmöglichkeiten zu entwickeln. So lässt sich in Regionen, die durch Fischerei dominiert werden, Druck von den überfischten Beständen oder überbeanspruchten Meereslebensräumen nehmen. Ein Beispiel sind Projekte in den Philippinen und in Indonesien, in denen die Zucht von Meeresalgen an langen Leinen als Alternative zum zerstörerischen Fischen mit Dynamit und Zyanid etabliert wurde. Der Vorteil der Algenzucht ist, dass diese kostengünstig ist, weil nur wenige Geräte und Materialien benötigt werden. Zudem gibt es weltweit eine wachsende Nachfrage nach Algen, die zu einem großen Teil für die Produktion von Carrageen verwendet werden, einem Algeninhaltsstoff, der in der Lebensmittelindustrie als Gelier- und Verdickungsmittel verwendet wird. Die Projekte zeigen, dass die Algenproduktion den Fischfang zwar nicht ersetzen kann, in einigen Orten aber zu einer Reduzierung der Fangmengen führte, sodass hier tatsächlich der Druck auf das Ökosys­tem abnahm. Anderenorts wurde trotz Algenzucht mit derselben Intensität weiter gefischt. Nicht in jedem Fall konnte die lokale Bevölkerung hinreich­end von der Bedeutung des Ressourcenschutzes überzeugt werden. Experten betonen daher, dass eine einzige alternative Einnahmequelle nicht immer ausreicht. Idealerweise sollte in der­artigen ICZM-Projekten eine gewisse Vielfalt an Alternativen aufgezeigt werden können.

Viele Köche erschweren die Entwicklungshilfe

Für ein erfolgreiches Integriertes Küstenzonenmanagement in Entwicklungs- und Schwellenländern ist es nicht nur essenziell, alle nationalen und lokalen Interes­sen­gruppen in den Managementprozess einzubinden. Dar­über hinaus ist auch eine Abstimmung zwischen den ­verschiedenen internationalen und regionalen Entwicklungshilfeorganisationen nötig. Das ist keineswegs immer der Fall. So gibt es Regionen, in denen in benachbarten Orten verschiedene Organisationen mit teils sogar gleichen Schwerpunkten tätig sind, ohne sich abzustimmen oder voneinander zu wissen. Das hat mehrere Nachteile: Zum einen ist es nicht möglich, Ressourcen wie etwa Infrastruktur, Büros oder Fahrzeuge gemeinsam zu nutzen. Zudem ist kein umfassendes integriertes Management möglich, bei dem man beispielsweise gleichzeitig die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft und den Küstenschutz im Blick hat, wenn verschiedene Entwicklungshilfeorganisationen ihre Projekte isoliert voneinander verfolgen oder nicht mit den Entwicklungsprioritäten vor Ort abstimmen. Im ungünstigen Fall werden Ergebnisse erzielt, die nicht nachhaltig oder sogar kontraproduktiv sind. Um diesen Aspekten entgegenzuwirken und die Wirksamkeit der Entwicklungshilfe im Ganzen zu erhöhen, verabschiedete die OECD deshalb im Jahr 2005 die Paris-Deklaration über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit (Paris Declaration on Aid Effec­tiveness). Diese Paris-Deklaration verfolgt insgesamt fünf wesentliche Ziele:
  • Ownership (Eigentümerschaft): Die Partnerländer und nicht die Geberländer haben die Federführung und Verantwortung bei jedem Entwicklungsprozess.
  • Alignment (Anpassung/Angleichung): Die Geber passen ihre Strategien und Prozesse an die der Partnerländer an und nutzen vorhandene Institutionen der Kooperationsländer oder der Partnerorganisationen.
  • Harmonisation (Harmonisierung): Die Geber sollen ihre Programme und Verfahren untereinander abstimmen und harmonisieren.
  • Managing for Results (Ergebnisorientierung): Die Geber lassen sich an den Wirkungen ihres entwicklungspolitischen Handelns messen, etwa der Verrin­gerung der Analphabetenquote, und nicht am finan­ziellen Einsatz, etwa
    10 Millionen Euro für neue Schulen.
  • Mutual Accountability (gegenseitige Rechenschaftspflicht): Geber- und Kooperationsländer sollen gemeinsam über ihr entwicklungspolitisches Handeln und über ihre Fortschritte gegenüber der Öffentlichkeit und den Parlamenten Rechenschaft ablegen.
Seit 2012 werden diese Ziele zum Teil leicht abgewandelt über die Globale Partner­schaft für effektive Entwicklungszusammenarbeit (Global Partnership for Effective Development Cooperation) gesteuert und weiterverfolgt.

Kiribati geht mit gutem Beispiel voran

Heute werden die Prinzipien der Paris-Deklaration auch im Integrierten Küsten­zonen­management berücksichtigt. Ein Beispiel ist der pazifische Inselstaat Kiribati, zu dem mehr als 30 Inseln gehören. Die Ausdehnung des Inselstaats ist enorm. In west-östlicher Richtung erstreckt sich die Nation über rund 4500 Kilometer, was in etwa der Entfernung von der Westküste zur Ostküste der USA entspricht. Die Einwohner Kiribatis verstehen sich damit keineswegs als Bewohner eines kleinen Inselstaats, sondern als Bewohner eines großen Ozeanstaats, die auf eine jahr­tausende­alte Tradition als Seereisende im Pazifik zurückblicken. Im Laufe der Jahre wurden viele Entwicklungshilfeprojekte umgesetzt, zwischen denen teilweise kaum Abstimmungen stattfanden oder die sich kaum an nationalen Entwicklungszielen orientierten. Die Regierung entschied sich daher gemäß Paris-Deklaration, eine stärkere Kooperation der einzelnen Entwicklungshilfeprojekte einzufordern, die sich zudem an nationalen und lokalen Prioritäten ausrichten sollten. Dazu wurde auf Kiribati vor einigen Jahren der sogenannte Whole of Island Approach (Ganze-Insel-Ansatz) ins Leben gerufen. Damit haben sich jetzt der Staat und mehrere internationale Entwick­lungs­hilfe­orga­nisationen darauf verständigt, Projekte gemein­sam durch­zu­führen und nicht nur Teilaspekte im Blick zu haben, sondern jeweils eine ganze Insel mit all ihren Problemen und Herausfor­derungen. Das heißt, dass nicht einzelne Aspekte isoliert voneinander betrachtet werden – etwa Küstenschutz oder Landwirtschaft –, sondern für alle Lebensbereiche zugleich Lösungen entwickelt und in einem Entwicklungsplan für die jeweilige Insel formuliert werden. Darin enthalten sind im Detail Maßnahmen, die nachhaltig Bildung, Fischerei, Infrastruktur, Küstenschutz, Landwirtschaft, Energie, ­Wasserversorgung und Gesundheit fördern. Dabei wird zugleich berücksichtigt, wie sich die Bevölkerung an den Klimawandel anpassen kann.
Kiribati will in den nächsten Jahren zusammen mit den Entwick­lungs­hilfe­orga­nisationen nach und nach auf allen Inseln Analysen durch­führen, mit denen Bedürf­nisse der Bevölkerung erfragt und die Auswirkungen des Klima­wandels untersucht werden – soge­nannte Integrated Vulnera­bility Assessments (Integrierte Vulnera­bilitäts­analysen). Wie für einen ICZM-Prozess typisch, spielt auch beim Whole of Island Approach die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort eine entschei­dende Rolle, weil sich nur dadurch gewährleisten lässt, dass Maßnahmen durch­geführt werden, die die Menschen tatsächlich benötigen und akzeptieren.
4.14 > Der Inselstaat Kiribati bemüht sich, seine flachen Atolle teils durch massive Mauern vor dem Meer zu schützen. In vielen Fällen aber zerstören Sturmfluten die Bauwerke, wie hier vor der Hauptstadt South Tarawa.
Abb. 4.14: Der Inselstaat Kiribati bemüht sich, seine flachen Atolle teils durch massive Mauern vor dem Meer zu schützen. In vielen Fällen aber zerstören Sturmfluten die Bauwerke, wie hier vor der Hauptstadt South Tarawa. © Vlad Sokhin/laif

Startschuss auf der Insel Abaiang

Auf jeder Insel Kiribatis gibt es einen Ältestenrat, in den aus jedem Dorf Mitglieder entsandt werden. Der Ältestenrat ist die erste Adresse für die Kooperation. In einem ersten Schritt besuchen die Mitarbeiter der Entwicklungshilfeorganisationen zusammen mit Vertretern der verschiedenen zuständigen Ministerien aus der Hauptstadt Kiribatis, South Tarawa, die Inseln, um dort Interviews durchzuführen. Dabei wird auch darauf geachtet, dass nicht nur der ausschließlich aus Männern bestehende Ältestenrat zu Wort kommt. In Einzelinterviews werden auch die Bedürfnisse und Meinungen aller anderen Bevölkerungsgruppen abgefragt – insbesondere der Frauen und Jugendlichen. Insgesamt wird ein repräsentatives Meinungsbild darüber erstellt, wie sich die Bewohner ihre Zukunft in zehn oder
20 Jahren vorstellen. Zudem werden Gespräche mit Vertretern der verschiedenen Institutionen vor Ort geführt, etwa der Kirche oder der Polizei. Die erste Insel, auf der der Whole of Island Approach derzeit umgesetzt wird, ist die Insel Abaiang. Sie hat 5500 Einwohner und ist damit relativ bevölkerungsreich. Inzwischen wurde eine Vulnerabilitätsanalyse durchgeführt. Drängend ist unter anderem die Frage der zuverlässigen Wasserversorgung, denn die Inseln Kiribatis besitzen nur kleine Wasserreserven, die als Süßwasserlinsen im Untergrund liegen und ausschließlich durch Regenwasser gespeist werden. Wenn zu viel Wasser entnommen wird oder Regenfälle ausbleiben, aber auch wenn der Meeresspiegel steigt, sickert aus dem Meer Salzwasser nach, sodass die Wasserlinsen versalzen. Zudem werden die Süßwasserlinsen durch Nutztiere oder durch Dünger und Pflanzenschutzmittel aus nahe gelegenem Ackerbau verschmutzt. In Abaiang wird daher aktuell das Wasser­management verbessert. Zudem wird Ackerbau jetzt in ausreichender Entfernung von den Süßwasserlinsen betrieben.
4.15 > Für die Insel Abaiang ist der Klimawandel bereits spürbar. Die deutlichsten Zeichen sind für die Bewohner laut einer Umfrage der Süßwassermangel, die Zunahme der Temperaturen und die Erosion der Ufer.
Abb. 4.15: Für die Insel Abaiang ist der Klimawandel bereits spürbar. Die deutlichsten Zeichen sind für die Bewohner laut einer Umfrage der Süßwassermangel, die Zunahme der Temperaturen und die Erosion der Ufer. © Synthesis report, 2016. The Secretariat of the Pacific Regional Environment Programme, Secretariat of the Pacific Community, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
Ein anderes Thema ist die Vermeidung beziehungsweise Beseitigung von Abfällen. Traditionell wurden die früher ausschließlich organischen Abfälle ins Meer entsorgt und mit der Flut abtransportiert. Angesichts wachsender anorganischer und giftiger Abfallmengen führt diese Praxis zu erheblicher Verschmutzung von Meer und Umwelt und kann besonders die Süßwasserlinsen erheblich belasten. Da die Bewohner ihr Trinkwasser aus Brunnen gewinnen, die zum großen Teil stark mit Keimen belastet sind, kommt es oft zu Durchfallerkrankungen, durch die vor allem ­Kinder gefährdet sind. Daher soll jetzt, dem Wunsch der Einwohner Abaiangs entsprechend, eine bessere sanitäre Versorgung aufgebaut werden. Derzeit wird eine solche Analyse für eine zweite Insel durchgeführt.
Darüber hinaus gibt es Herausforderungen, die für alle Inseln Kiribatis gleich sind. Das sind neben der Wasser- und Sanitärversorgung vor allem der Küstenschutz, Überfischung und nachlassende Erträge in der Land­wirt­schaft. Hinzu kommt der Klimawandel, der alle diese Aspekte stark beeinflusst und erheblich verstärkt. So treten heute auf einigen Inseln Kiribatis gehäuft Dürren auf, die zu Wassermangel führen und die Land­wirt­schaft erschweren. Da die Landwirtschaft auf den Inseln wegen der relativ unfruchtbaren Böden ohnehin nicht stark ausgeprägt ist, kann das zu Engpässen bei der Versorgung mit Lebensmitteln führen. Daher sollen auf den Inseln künftig alternative landwirtschaftliche Methoden und der Anbau anderer Früchte erprobt werden. Während des Prozesses wird von vornherein darauf geachtet, dass sich die Bevölkerung vor Ort realistische Ziele setzt. So machen die Vertreter der Ministerien klar, dass der Managementprozess nicht beliebige Forderungen nach deutlich höherem Wohlstand erfüllen kann. So soll verhindert werden, dass zu hohe Erwartungen geweckt werden. Textende
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