WOR 9 Mitwirkende
WOR 9 Marine Biodiversität – das vitale Fundament unserer Meere | 2025

WOR 9 Mitwirkende

> Zur Erstellung des „World Ocean Review“ 2026 haben viele Experten mit ihrem Fachwissen beigetragen. Beteiligt waren insbesondere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der dem Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) angehörigen Einrichtungen.
Mitwirkende WOR 9
Ben Boteler
arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) am GeoForschungsZentrum Potsdam. Der Politologe erforscht, wie durch innovative Governance-Strategien transformative Maßnahmen zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Umweltverschmutzung und Biodiversitätsverlust angeschoben werden können. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Umsetzung und der Leistungsfähigkeit der EU-Meerespolitik in Bezug auf Ziele, die im EU Green Deal festgelegt wurden. Dieser Fragestellung geht er in mehreren europäischen Forschungsprojekten nach. Parallel dazu verfolgt der gebürtige US-Amerikaner mit großem Interesse die Verhandlungen zur Umsetzung des UN-Hochseeschutz-Rahmenabkommens (BBNJ). Bis 2022 leitete er nämlich ein Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse die Entwicklung umfassender, sektorübergreifender Ansätze für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Biodiversität auf Hoher See erleichtern sollte. > web
Dr. Christian Buschbaum
ist Meeresökologe und forscht an der Wattenmeerstation Sylt des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Dort leitet er die Arbeitsgruppe Gemeinschafts- und Evolutionsökologie sowie das AWI-Nordseebüro. Zu seinen derzeitigen Forschungsschwerpunkten gehören die Auswirkungen eingeschleppter Meeresorganismen auf heimische Ökosysteme sowie großräumige ökologische Vergleiche von Arteninteraktionen an Sedimentküsten. Letztere haben ihn nach Asien, Australien, Südamerika und in polare Gebiete geführt. An arktischen Küsten untersucht er derzeit experimentell, wie der Klimawandel Arteninteraktionen verändert. In seiner Rolle als Wissenschaftler sieht sich Christian Buschbaum aber auch in der Verantwortung für die heimischen Küsten und ist deshalb in großem Maße in die trilaterale Wattenmeer-Kooperation der Niederlande, Deutschland und Dänemark involviert. Außerdem ist er der wissenschaftliche Leiter der na­tionalen Facharbeitsgruppe Neobiota. Sie gehört zur Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee (BLANO) und trägt zur nationalen Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie bei. Als Experte für gebietsfremde Arten hat er unter anderem an dem Fachbericht „Neobiota der deutschen Nord- und Ostseeküste 2022“ mitgeschrieben, der erstmalig eine vollständige Übersicht aller nicht heimischen marinen Arten in Deutschland bereitstellt. > web
Dr. Chhaya Chaudhary
ist eine ausgewiesene Expertin für die Verteilungsmuster der Artenvielfalt im Meer. Sie forscht als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für marine Ökosystem- und Fischereiwissenschaften der Universität Hamburg und arbeitet dort im Projekt „Integrative Mapping of Atlantic Protection Areas“. Ihre Forschung zielt darauf ab, Hotspots der Biodiversität im Atlantischen Ozean zu kartieren, Verteilungsmuster der Artenvielfalt zu entschlüsseln und zu bewerten, wie der Klimawandel die marinen Ökosysteme der Hohen See umgestaltet. Sie verwendet Habitatmodelle und Biodiversitätsanalysen, um zu projizieren, wie der Klimawandel die Verteilung von Arten destabilisieren und die Integrität von Hotspots untergraben kann. Diese Erkenntnisse ermöglichen es ihr, künftige ökologische Gewinner und Verlierer des Klimawandels zu ermitteln und Regionen zu priorisieren, in denen Schutzmaßnahmen die Auswirkungen des Klimawandels abfedern könnten. Ihr Ansatz verbindet modernste Berechnungswerkzeuge mit jahrzehntelangen biologischen Daten, um die Lücke zwischen theoretischer Ökologie und umsetzbarer mariner Raumplanung zu schließen. > web
Dr. Christian von Dorrien
leitet den Arbeitsbereich „Fischerei und Umwelt Ostsee“ am Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock. Der Fischereibiologe forscht dort vor allem zum Fischereimanagement in Meeresschutzgebieten sowie zu ökosystembasierten Fischereiansätzen. So untersuchte er zum Beispiel in der Ostsee, welche Auswirkungen Auflagen im Rahmen des Natura 2000-Schutzprogramms auf die kommerziellen Fischerei in den entsprechenden Schutzgebieten haben. Außerdem beteiligt er sich an der Entwicklung von Methoden, die Beifänge geschützter Arten zu erfassen und zu verringern. Christian von Dorrien berät das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zu Fragen des Fischereimanagements in Schutzgebieten sowie zur Verringerung des Beifangs geschützter Arten. Zudem arbeitet er in verschiedenen Gremien des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) mit. > web
Dr. Bianca Haas
forscht und lehrt als Expertin für Fischereimanagement und Ocean Governance an der Universität von Wollongong im australischen Bundesstaat New South Wales. In ihrer Doktorarbeit ging die gebürtige Österreicherin bereits der Frage nach, welchen Beitrag regionale Fischereimanagementorganisationen (RFMOs) zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele leisten können. In ihrer aktuellen Forschung konzentriert sie sich auf Gerechtigkeitsfragen im grenzüberschreitenden Fischereimanagement im Indopazifik. In dieser Rolle beobachtet und analysiert sie nicht nur die Arbeit der RFMOs für Thunfisch-Fischerei im Indopazifik. Sie untersucht zudem, wie das neue UN-Hochseeschutz-Rahmenabkommen (BBNJ) die Arbeit der RFMOs beeinflusst und inwiefern sich die RFMOs an der Umsetzung des Abkommens beteiligen. > web
Dr. Stefan Hain
leitet die Stabsstelle Umweltpolitik am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven und ist in dieser Funktion unter anderem Kontaktperson des Instituts zum Umweltbundesamt, der deutschen Genehmigungsbehörde für alle Tätigkeiten im Geltungsbereich des Antarktisvertrags. Der Meeresbiologe hat einst am AWI promoviert und anschließend mehr als 25 Jahre lang an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik gearbeitet – zunächst als stellvertretender Sekretär der Oslo- Paris-Kommission (OSPAR) in London, später als Leiter der Korallenriff-Units des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Cambridge, Großbritannien. 2009 kehrte er an das Alfred-Wegener-Institut zurück und koordiniert seitdem als umweltpolitischer Sprecher die Beiträge des AWI zu diversen internationalen Prozessen, die potenzielle Auswirkungen auf die Forschungsarbeiten des Instituts haben können. In dieser Rolle unterstützt er intensiv die Bemühungen zur Einrichtung eines Schutzgebiets im südpolaren Weddellmeer und verfolgt die internationalen Verhandlungen zur Umsetzung des UN-Hochseeschutz-Rahmenabkommens (BBNJ). > web
Dr. Uwe John
forscht als Molekularökologe am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven und ist ein ausgewiesener Experte für mikroskopisch kleine Meeresorganismen sowie für molekulare und genomische Analyseverfahren. Zu seinen Forschungsobjekten gehören häufig Mikroalgen – so auch in seinem aktuellen Projekt. Darin untersuchen und evaluieren Uwe John und sein Team Risiken, die entstehen werden, wenn in grönländischen Gewässern im Zuge des Klimawandels häufiger schädliche Algenblüten auftreten. Ziel dieser Arbeit ist es, Grundlagenwissen über die Biodiversität und die Interaktionen der Arten untereinander zu generieren, Indikatoren zu entwickeln, Kipppunkte zu identifizieren sowie herauszufinden, welche Auswirkungen schädliche Algenblüten auf die Funktionsweise und die Dienstleistungen der lokalen Ökosysteme haben können. > web
Michael Kriegl
ist Meeresforscher am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT). An der Schnittstelle von Sozial- und Naturwissenschaften erforscht er die Dynamik sozialökologischer Systeme an tropischen Küsten. Dazu kombiniert er Methoden der Netzwerkanalyse, qualitative Systemmodellierungen und partizipative Ansätze, um unterschiedliche Wissenssysteme zusammenzuführen. Sein regionaler Schwerpunkt liegt auf Lateinamerika, wo er im engen Austausch mit lokalen Akteur:innen die sozialen und ökologischen Wechselwirkungen in der Kleinfischerei und Aquakultur untersucht. Sein Ziel ist es, wissenschaftliches Verständnis mit lokalen Realitäten zu verknüpfen, um zukunftsfähige Strategien für den Schutz und die Nutzung mariner Ressourcen zu entwickeln. Neben seiner Forschung engagiert sich Michael Kriegl leidenschaftlich für die Wissenschaftskommunikation und Umweltbildung am und im Meer. > web
Prof. Dr. Heike Lotze
forscht und lehrt als Meeresbiologin an der Universität von Dalhousie im kanadischen Halifax. Sie interessiert sich vor allem für die vergangenen, gegenwärtigen und potenziellen künftigen Auswirkungen des Menschen auf marine Arten und Ökosysteme. Menschliche Aktivitäten wie Fischerei und Jagd, Lebensraumveränderung und Nährstoffbelastung haben die Meeresökosysteme seit Jahrtausenden beeinflusst, sich aber im Laufe der Zeit stark beschleunigt und von den Küsten auf den offenen Ozean ausgedehnt. Heike Lotze zielt mit ihrer Forschung darauf ab, die langfristige Geschichte der vom Menschen verursachten Veränderungen zu rekonstruieren und ihre Ursachen und Folgen für die Struktur und Funktionsweise der Meeresökosysteme heute und in Zukunft zu verstehen. Dafür verwendet sie einen multidisziplinären Ansatz. Dieser umfasst zum einen Daten aus der Paläontologie, Archäologie, Geschichte, Fischereiwissenschaft, Ökologie und Klimawissenschaft. Zum anderen kombiniert er Feldstudien, Laborexperimente, Literaturstudien, ökologische Modellierung und die Analyse großer Datensätze miteinander. > web
Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner
forscht als Meeresbiologe am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Er gründete die Sektion „Integrative Ökophysiologie“ und stand ihr bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2024 vor. Außerdem leitete er als einer von zwei Co-Vorsitzenden die Arbeitsgruppe II des Weltklimarats im 6. Begutachtungszeitraum (2015–2023). Hans-Otto Pörtner hat grundlegende Theorien zu den Auswirkungen der Meereserwärmung, Ozeanversauerung und Sauerstoffarmut auf marine Organismen und Ökosysteme entwickelt und diese in vielen Studien untermauert. Zwei seiner Leitfragen dabei lauten, welche molekularen, biochemischen und physiologischen Mechanismen die Toleranz, Leistungs- und Anpassungsfähigkeit von Meerestieren bestimmen und ob und wie diese Mechanismen Allgemeingültigkeit für alle Tiere einschließlich dem Menschen haben. Seine Fachartikel gehören mittlerweile zu den meistzitierten Arbeiten in der Klima- und Meeresforschung. Er ist ein gewähltes Mitglied der European Academy of Science und wurde 2020 und 2024 von der Bundesregierung in ihren Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltänderungen (WBGU) berufen. Im Rahmen von JPI Climate und JPI Ocean leitet er die Erstellung eines Berichts zur Abschwächung der Atlantischen Umwälzzirkulation und ihrer Auswirkungen auf das Klima und die Lebensräume betroffener Regionen. > web
Prof. Dr. Martin Friedrich Quaas
ist Professor für Volkswirschaftslehre an der Universität Leipzig und Leiter der Arbeitsgruppe Biodiversitätsökonomik am Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Er forscht zu Fragen der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, oft in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Ökologinnen und Ökologen. Er hat über 100 Aufsätze in internationalen Fachzeitschriften publiziert, ist Mitherausgeber von Fachzeitschriften wie dem „Journal of Environmental Economics and Management“ und war als Leitautor am Methoden-Gutachten des Weltbiodiversitätsrats IPBES zu den Werten der Natur beteiligt. Dieses Gutachten mit dem Originaltitel „The Assessment Report on the Diverse Values and Valuation of Nature“ ist im Jahr 2022 erschienen. > web
Dr. Jörn Schmidt
ist Fischereiökologe und Direktor für nachhaltige aquatische Nahrungsmittelsysteme bei WorldFish – einer internationalen Forschungsorganisation zu Fragen der Nahrungssicherheit und Einkommenssicherung durch nachhaltige, gerechte und integrative Aquakultur. Zuvor leitete er die Forschungsgruppe zur marinen Ernährungssicherheit am Center for Ocean and Society (CeOS) an der Universität Kiel und war Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES). Seine Arbeitsschwerpunkte sind sozialökologische Systeme und Konzepte der Nachhaltigkeit im Ozean, Fischereimanagement, Wissenschaftskommunikation, die Entwicklung praktischer Managementberatung sowie die direkte Zusammenarbeit mit Fischern und Fischerinnen. Jörn Schmidt gehörte zu den deutschen Autoren des zweiten World Ocean Assessment-Berichts der Vereinten Nationen und schreibt aktuell am dritten Assessment-Bericht mit. Dieser soll spätestens Anfang 2026 erscheinen. > web