Algen brauchen Nährstoffe wie Eisen-, Stickstoff- oder Phosphorverbindungen, um zu wachsen. An ihnen aber mangelt es in vielen Meeresregionen. Forschende kamen daher auf die Idee, Eisenstaub an der Wasseroberfläche zu verteilen, um Algenblüten anzuregen. Mehr Algen würden mehr Kohlendioxid aufnehmen und den gebundenen Kohlenstoff in die Tiefe verfrachten, so der Gedanke. 13 bislang durchgeführte Forschungsexperimente auf hoher See bestätigen: Infolge des Nährstoffeintrages wachsen mehr Algen. Einen zunehmenden Kohlenstoff-Transport in die Tiefsee aber konnten die Fachleute nicht einhellig belegen. Außerdem fehlt noch umfassendes Wissen über mögliche Risiken und Nebenwirkungen einer Ozeandünung für Mensch und Natur.
Aus diesem Grund wurde ein Regelwerk installiert, welches die Ozeandüngung für kommerzielle Zwecke (zum Beispiel Verkauf von Emissionszertifikaten) in internationalen Gewässern verbietet. Für Forschungszwecke ist sie hingegen weiterhin erlaubt. Bei dem Regelwerk handelt es sich um eine Überarbeitung des Londoner Protokolls, welches seit dem Jahr 1996 das Übereinkommen über die Verhütung der Meeresverschmutzung durch das Einbringen von Abfällen und anderen Stoffen (Londoner Konvention genannt) ergänzt und dieses langfristig ersetzen soll. Ratifiziert wurde die Neufassung des Londoner Protokolls bisher nur von sechs Staaten, weshalb sie auf völkerrechtlicher Ebene noch nicht in Kraft getreten ist.