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5 Die Küsten – ein wertvoller Lebensraum unter Druck

Meeresspiegelanstieg begegnen

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Bälle bremsen die Brandung

Anders als Buhnen, die vom Ufer ins Meer hinausgebaut werden, sind Wellenbrecher lang gestreckte Strukturen, die parallel zur Küste im Wasser versenkt werden. Sie verhindern, dass die Brandung ungebremst auf die Küste trifft, und schützen so beispielsweise Strände oder Promenaden. Klassischerweise werden sie heute aus massiven Betonklötzen oder großen Steinen im Wasser gebildet, die darüber hinaus aber keine weitere Funktion haben. Allerdings gibt es mit den sogenannten Riffbällen schon seit längerer Zeit eine ökosystembasierte Alterna­tive. Die von einer US-ameri­kanischen Nichtregierungsorganisation vertriebenen, etwa 1 Meter breiten Hohl­kugeln aus Beton haben mehrere Öffnungen und reduzieren nicht nur die Energie der Wellen, sondern bieten zugleich vielen Meeresorganismen und Fischen Unterschlupf. Sie werden im bis zu mehrere Meter tiefen Wasser versenkt und eignen sich für Orga­nis­men, die sich auf festem Untergrund ansiedeln, etwa Muscheln, See­ane­mo­nen oder Schwämme. Mit der Zeit bilden sich so dicht besiedelte Unter­wasser­lebens­räume. Auch in Deutschland wurden bereits Riffbälle versenkt, zum Beispiel in der Kieler Bucht.
4.24 > Sogenannte Riffbälle als Wellenbrecher. Die von einer
US-amerikanischen Nicht­regierungs­orga­ni­sation vertriebenen Kugeln werden für den Küstenschutz eingesetzt. Sie bilden zugleich wertvolle Unter­wasser­lebensräume.
Abb. 4.24: Sogenannte Riffbälle als Wellenbrecher. Die von einer US-amerikanischen Nicht­re­gier­ungs­organi­sation vertriebenen Kugeln werden für den Küsten­schutz eingesetzt. Sie bilden zugleich wertvolle Unterwasserlebensräume. © Helmut Corneli/imageBroker/vario images

Abb. 4.26: Der Hafen der britischen Stadt Cowes auf der Isle of Wight wird durch massive Wellenbrecher geschützt. Deren Bau ist häufig teurer als die Schaffung eines natürlichen Küstenschutzes wie etwa einer Salzwiese oder Seegraswiese. Ob sich ökosystembasierte Küstenschutzmaßnahmen tatsächlich realisieren lassen, hängt jedoch von der Gestalt und der Nutzung der Küste ab. © Cowes Harbour Commission

4.26 > Der Hafen der britischen Stadt Cowes auf der Isle of Wight wird durch massive Wellen­brecher geschützt. Deren Bau ist häufig teurer als die Schaffung eines natürlichen Küstenschutzes wie etwa einer Salzwiese oder Seegraswiese. Ob sich öko­system­basierte Küsten­schutz­maßnahmen tatsächlich realisieren lassen, hängt jedoch von der Gestalt und der Nutzung der Küste ab.

Lohnt sich ökosystembasierter Küstenschutz?

Intakte Korallenriffe und Mangrovenwälder bieten kostenlosen Küstenschutz, doch andere ökosystembasierte Maßnahmen können durchaus hohe Kosten verursachen, wie das Polderprojekt in der Scheldemündung zeigt. Es stellt sich nicht nur die Frage, wie zuverlässig oder leistungsfähig ökosystembasierte Lösungen sind, sondern auch, wie teuer diese sind und wie hoch die Kosten im Vergleich zum klassischen Küstenschutz ausfallen.
In einer aufwendigen Studie hat ein internationales Forscherteam erstmals
52 Küstenschutzprojekte analysiert, in denen Mangrovenpflanzungen und Salzwiesen angelegt beziehungsweise Korallenriffe durch junge Korallen restauriert wurden. Auch Seegraswiesen wurden betrachtet. Zum einen wurde untersucht, wie stark das Poten­zial der Flächen für die Dämpfung von Wellen ist, zum anderen wie groß die Projektkosten im Vergleich zum „harten“ Küstenschutz sind. Im Vergleich aller Projekte verringern die verschiedenen Lebensräume, je nach Situation vor Ort, die Wellenhöhe wie folgt:
  • Korallenriffe um 54 bis 81 Prozent,
  • Salzwiesen um 62 bis 79 Prozent,
  • Seegraswiesen um 25 bis 45 Prozent,
  • Mangroven zwischen 25 und 37 Prozent.

Anzumerken ist, dass die Mangrovenflächen der untersuchten Projekte nur zwischen 800 und 1500 Meter breit waren. Mangrovenwälder jedoch, die viele Kilometer breit sind, können Wellen bei Sturmflut durchaus zu 100 Prozent dämpfen, ehe diese das Ufer erreichen.
Die Salzwiesen wiederum, die analysiert wurden, hatten eine Breite von 100 bis
2800 Metern. Die Forscher weisen aber darauf hin, dass man bei der Schaffung von Salzwiesen nicht nur die Breite der Wiese, sondern auch die Höhe der Vegetation in Betracht ziehen sollte. Nach dieser Studie ist in Salz­wiesen die dämpfende Wirkung ­ am größten, wenn die Vegetation eine Höhe hat, die bis knapp unter die Wasser­ober­fläche reicht.
4.25 > Neben klassischen Küsten­schutz­methoden wie Deichen (1), Wellenbrechern (2) und Sperrwerken in Fluss­mün­dungen (3) werden heute zunehmend öko­sys­temba­sierte Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Schaffung künstlich angelegter Marschen (4), in denen sich frisches Sediment sammelt, Sandauf­spülungen (5), durch die sich entlang der Küste Sände und Dünen bilden, sowie die Errichtung naturnaher Küsten­linien (6), bei denen sich hinter Strukturen, die als Wellen­brecher dienen, artenreiche Grüngürtel entwickeln.
Abb. 4.25: Neben klassischen Küstenschutzmethoden wie Deichen (1), Wellenbrechern (2) und Sperrwerken in Flussmündungen (3) werden heute zunehmend ökosystembasierte Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Schaffung künstlich angelegter Marschen (4), in denen sich frisches Sediment sammelt, Sandaufspülungen (5), durch die sich entlang der Küste Sände und Dünen bilden, sowie die Errichtung naturnaher Küstenlinien (6), bei denen sich hinter Strukturen, die als Wellenbrecher dienen, artenreiche Grüngürtel entwickeln. © maribus

Bei Korallenriffen zeigte sich, dass diese die größte dämpfende Wirkung haben, wenn sie mindestens doppelt so lang wie die Länge der eintreffenden Welle sind und höchstens in einer Tiefe liegen, die halb so groß ist wie die Wellenhöhe.
Weil es an Vergleichszahlen für Korallenriffe und Seegraswiesen fehlte, blieb die Kostenanalyse der Projekte auf Mangroven und Salzwiesen beschränkt. Für letztere zeigte die Studie Kostenvorteile gegenüber dem klassischen Küstenschutz in Form von Wellenbrechern mit der gleichen dämpfenden Wirkung. Für die Mangroven­projekte ergab die Studie, dass diese drei- bis fünfmal billiger sein können als der Bau von Wellenbrechern. Salzwiesenprojekte, die insbesondere in Europa und den USA untersucht wurden, sind je nach Lage hingegen entweder genauso teuer wie klassische Wellenbrecher oder bis zu dreimal günstiger. Die Unterschiede kommen vor allem dadurch zustande, dass die Kosten für den Bau der Wellenbrecher mit der Wassertiefe überproportional zunehmen.
4.27 > Im niederländischen Katwijk aan Zee wurde ein Park­haus parallel zur Uferstraße gebaut und anschließend mit Sand bedeckt, sodass eine künst­liche hohe Düne entstanden ist.
Abb. 4.27: Im niederländischen Katwijk aan Zee wurde ein Parkhaus parallel zur Uferstraße gebaut und anschließend mit Sand bedeckt, sodass eine künstliche hohe Düne entstanden ist. © Luuk Kramer
Die Schaffung von Mangroven und von Salzwiesen haben neben dem Kostenaspekt auch den Vorteil, dass ­beide Habitate mit dem steigenden Meeresspiegel wachsen können. Bei häufigeren Überflutungen wird mehr Sediment in die Flächen transportiert, sodass sich das Niveau hebt und der Küstenschutz bestehen bleibt. Wellenbrecher hingegen verlieren mit steigendem Meeresspiegel an Schutzwirkung.

Die Grenzen des ökosystembasierten Ansatzes

Ökosystembasierte Küstenschutzlösungen sind nicht für jede Art von Küste geeignet. Ein entscheidendes Ausschlusskriterium ist der hohe Platzbedarf vieler Lösungen. Die Schaffung von Poldern oder Mangroven­pflanz­ungen mit einer ausreichenden Breite ist an einem eng bebauten Küstenstreifen oder vor Häfen ausgeschlossen. In einem solchen Fall können für den Schutz der Ufer künstliche Riffe gebaut oder See­gras­wiesen vor den Deichen angelegt werden. Bei großen Wassertiefen aber fallen auch diese Maßnahmen weg, und es bleibt als einzige Lösung ein starrer und klassischer Küstenschutz am Ufer nach dem Prinzip „Widerstand“. Mit steigendem Meeresspiegel müssen solche Konstruktionen entsprechend hoch ausgelegt werden.
Um der Ästhetik willen plant man in den Nieder­landen, Deiche und Hoch­wasser­schutz­wände mit anderen Funktionen zu kombinieren und gewis­ser­maßen als Multi­funk­tions­bau mit Küstenschutzcharakter optisch in das Stadtbild zu integrieren. Angedacht ist beispielsweise in Deich- oder Dünenabschnitten der Bau von Park­häusern, deren massive Wand zur See hin als Küstenschutz dient und mit einem davorliegenden Deich oder einer Düne zusätzlich geschützt wird. Auf dem Deich könnten dann Straßen oder Promenaden entlangführen. Ein entsprechendes Projekt wurde im niederländischen Katwijk aan Zee realisiert, wo ein Parkhaus parallel zur Küste gebaut, anschließend mit Sand bedeckt und mit Dünen­vegeta­tion bepflanzt wurde. Dadurch ist eine künstliche, hohe Düne entstanden, die die Stadt schützt und sich harmonisch in die Landschaft einfügt.

Dem Unausweichlichen begegnen

Selbst wenn man künftig konventionelle und ökosystembasierte Maßnahmen zu einem effektiven Küstenschutz vereint, werden sich nicht alle Küsten auf der Welt schützen lassen, wenn der Meeresspiegel im Laufe der kommenden Jahrhunderte um mehrere Meter steigen sollte. Es steht außer Frage, dass die Menschen bestimmte Küsten zwangsläufig werden verlassen müssen, weil diese auf Dauer überflutet oder durch häufige Überschwemmungen unbewohnbar sein werden. Zunächst dürfte ­dieses Schicksal manche der Inselstaaten im Südpazifik ereilen, weil diese zum Teil weniger als 1 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Für die Regierungen der Inselstaaten stellt sich daher schon heute die Frage, wie sich dieser Rückzug so gestalten lässt, dass die Inselbevölkerung in einer neuen Heimat Fuß fassen und dort denselben Lebensstandard erreichen kann wie in der ver­lorenen Heimat.
Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang die Bestrebungen der Regierung des westpazifischen Inselstaats Kiribati. Einerseits treibt sie Küstenschutzmaßnahmen voran, um insbesondere wirtschaftlich wichtige Einrichtungen wie etwa den Flughafen so lange wie möglich zu schützen. Angesichts erster Anzeichen des Meer­es­spiegel­anstiegs wie häufigeren Sturmfluten, zunehmender Küstenerosion oder einer Ver­salz­ung der Süßwasserlinsen bereitet man sich andererseits dort aber auch schon jetzt auf eine künftige Auswanderung vor.
Die Regierung Kiribatis betont auf internationaler Bühne stets, dass man nicht als hilf­loser Klimaflüchtling betrachtet werden wolle, sondern vielmehr als eine Nation, die gegen die Folgen eines Klimawandels kämpft, den sie nicht zu verantworten hat und zu dem sie letztlich selbst kaum beigetragen hat.

Geordneter Rückzug statt heilloser Flucht

Unter dem Motto „Migration with Dignity“ (Auswanderung mit Würde) hat der ehe­malige Präsident von Kiribati, Anote Tong, eine Auswanderungsstrategie gestartet, mit der die Bevölkerung nach und nach dazu befähigt werden soll, sich im Ausland eine neue Existenz aufzubauen, ehe die Inseln unbewohnbar und die rund 100 000 Einwohner Kiribatis zu heimatlosen Flüchtlingen werden. Gemeinsam mit anderen pazifischen Inselstaaten werden offensiv Klimagerechtigkeit und Unterstützung durch die Industrie­nationen eingefordert – insbesondere im Hinblick darauf, den Bürgern der Inselstaaten im Ausland Perspektiven auf Arbeitsplätze zu bieten und eine perma­nente Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen. Dieser öffentliche Druck hat dazu geführt, dass die Gefährdung der pazifischen Inselstaaten in den vergangenen Jahren weltweit in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt ist. Gleichwohl lässt die Unterstützung durch die Industriestaaten zu wünschen übrig – auch durch die direkten Nach­bar­staaten Australien oder Neuseeland. Neuseeland hat beispiels­weise Arbeits­pro­gramme aufgelegt, mit denen Arbeiter von den pazifischen Inselstaaten ins Land geholt werden. Als Klimahilfsprogramm aber wollen die neuseeländischen Behörden diese Programme nicht verstanden wissen. Zudem ist die Zahl der Einwanderer sehr gering. Was Kiribati betrifft, dürfen jedes Jahr nach einem Lotterieverfahren lediglich 75 ausgewählte Familien einwandern. Sofern sich die Einwanderer darum bemühen, Arbeit zu finden, erhalten sie eine permanente Aufenthaltsgenehmigung. Darüber hinaus bietet Neuseeland den Bewohnern von Kiribati seit 2007 Saisonarbeitsplätze in der Landwirtschaft an. Zwar haben sich daraus in manchen Fällen permanente Aufenthaltsgenehmigungen ergeben, von einem Klimahilfsprogramm auf breiter Basis aber kann bislang keine Rede sein. Kiribati und andere Inselstaaten fordern hier klare Zusagen der Industriestaaten.
4.28 > Die Bewohner der Insel Nukunonu im Südpazifik wollen nicht als Klimaopfer betrachtet werden, sondern als Kämpfer gegen einen steigenden Meeres­spiegel. Nach einem UN-Report könnte das Atoll, das zur Inselgruppe Tokelau gehört, im 21. Jahrhundert untergehen.
Abb. 4.28: Die Bewohner der Insel Nukunonu im Südpazifik wollen nicht als Klimaopfer betrachtet werden, sondern als Kämpfer gegen einen steigenden Meeresspiegel. Nach einem UN-Report könnte das Atoll, das zur Inselgruppe Tokelau gehört, im 21. Jahrhundert untergehen. © 350.org
Während es aus den übrigen Industrienationen bislang noch weniger Bereitschaft gibt, den Einwohnern der vom Meeresspiegelanstieg betroffenen Inselstaaten Aufent­halts­rechte für die Zukunft in Aussicht zu stellen, gibt es zwischen den pazifischen Inselstaaten selbst zum Teil eine bemerkenswerte Solidarität. Der Inselstaat Fidschi etwa hat Kiribati rund 24 Hektar Land verkauft. Viele Inseln Fidschis liegen höher als die Kiribatis, sodass diese zukünftig vom Meeresspiegelanstieg weniger betroffen sein werden. Zunächst soll diese Landfläche, die sich auf der zweitgrößten Insel Fidschis, Vanua Levu, befindet, landwirtschaftlich genutzt werden. Kiribati will hier Lebensmittel anbauen, wenn die eigene landwirtschaftliche Fläche durch Überflutungen verloren geht. Sollten Teile der Inseln Kiribatis künftig gänzlich unbewohnbar werden, sollen in dem Gebiet die betroffenen Bürger Kiribatis siedeln dürfen. Hierzu hat der Präsident Fidschis öffentlich eine mündliche Zusage gegeben.
Ein Vorteil dieser Siedlungspolitik besteht darin, dass die Auswanderer aus Kiribati auf Vanua Levu ähnliche Lebensbedingungen wie in der Heimat finden. Die Bereitschaft der Regierung Fidschis, Flüchtlinge aufzunehmen, ist umso bemerkenswerter, als einige Inseln Fidschis selbst ähnlich wie Kiribati von Überflutungen betroffen sein werden. Fidschi wird daher zusätzlich die Umsiedlung von Binnenflüchtlingen meistern müssen. Geplant ist, dass diese ebenfalls vorwiegend auf Vanua Levu siedeln sollen.

Neue Heimat für Millionen von Menschen?

Das Beispiel Kiribatis zeigt, dass es bei frühzeitiger Planung möglich sein kann, sich rechtzeitig aus bedrohten Küstengebieten zurückziehen zu können, um sich mit Würde anderenorts eine neue Existenz aufzubauen. Kritiker geben aber zu bedenken, dass sichergestellt sein müsse, dass nicht nur eine gebildete Minderheit, sondern die gesamte Bevölkerung die Möglichkeit zum Auswandern habe. Zudem sei fraglich, inwieweit man das Beispiel Kiribatis auf andere Länder übertragen könne. Die rund 100 000 Einwohner Kiribatis etwa werden möglicher­weise vollständig von anderen Nationen aufgenommen. Hingegen werden die vielen Millionen Menschen, die beispielsweise in Bangladesch in überflutungsgefährdeten Gebieten leben, nicht ohne Weiteres in den dicht besiedelten Nachbarstaaten unterkommen können. Viele Experten fordern daher im Hinblick auf den Meeresspiegelanstieg eine größere internationale Solidarität insbesondere von Seiten der Industrienationen.
Ein erstes positives Beispiel ist die von Norwegen und der Schweiz 2011 ins Leben gerufene Nansen-Initiative, die nach dem ersten Flüchtlingskommissar des früheren Völkerbundes, Fridtjof Nansen, benannt wurde. Die Arbeit der Initiative besteht darin, verschiedene Nationen im Hinblick auf die Problematik der Klimaflüchtlinge zu beraten und in die Beratungsprozesse politische Vertreter der Industrienationen und der zumeist betroffenen Entwicklungs- und Schwellenländer einzubinden. Dabei geht es vor allem auch darum, zwischen Staaten zu vermitteln – jenen, aus denen die Menschen fliehen, und jenen, die ein potenzielles Ziel der Flüchtlinge sind. Die Initiative ist weltweit sowohl im Binnenland aktiv, wo Menschen zum Beispiel vor Dürren fliehen, als auch an den Küsten. Sie hat in der Vergangenheit in verschiedenen Regionen große Diskussionsrunden initiiert, in denen Vertreter von Behörden und betroffene Menschen an einem Tisch saßen. Die Nansen-Initiative wurde inzwischen in die Platform on Disaster Displacement (Plattform für die Vertreibung durch Katastrophen) umbenannt, die die Arbeit weiterführt und unter anderem von staatlichen Institu­tionen wie der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Außenministerium der Bundesrepublik Deutschland unterstützt wird. Textende
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