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Deskriptoren zur Beschreibung des guten Umweltzustands des Meeres

Die Beschreibung des guten Umweltzustands der EU-Gewässer erfolgt auf der Grundlage von 11 qualitativen Deskriptoren, die weiter in Kriterien und Indikatoren aufgeteilt sind – also letztlich in greifbare Parameter, die sich messen und vergleichen lassen. Dieses Prinzip lässt sich am Beispiel von Deskriptor 10 „Abfälle im Meer“ verdeutlichen. Generell sollen die EU-Mit­glieds­staaten alle Deskriptoren prüfen, um diejenigen für sich zu ermitteln, die für die Beschreibung des guten Umwelt­zu­stands ihrer jeweiligen Meeresgebiete geeignet sind. Die Deskriptoren 1, 3, 4 und 6 be-schreiben den Zustand des Meeres­lebens­raums und seiner Bewohner. Die übrigen beschreiben die Belastungen, denen die Meere ausgesetzt sind.

1: Biologische Vielfalt 2: Nichteinheimische Arten 3: Zustand kommerzieller Fisch-      und Schalentierbestände 4: Nahrungsnetz 5: Eutrophierung

6: Meeresgrund 7: Hydrographische Bedingungen 8: Schadstoffe 9: Schadstoffe in Lebensmitteln 10: Abfälle im Meer 11: Einleitung von Energie

Deskriptor 10: „Die Eigenschaften und Mengen der Abfälle im Meer haben keine schädlichen Auswirkungen auf die Küsten- und Meeresumwelt.“ Kriterium 1: Eigenschaften von Müll in der Meeres- und Küstenumwelt

Indikator 1: Trends bei den Abfallmengen, die angespült oder an den Küsten entsorgt werden (Mülldichte). Hierbei wird analysiert, wie sich der Müll zusammensetzt, wie er sich verteilt und aus welchen Quellen er stammt. Im Rahmen der OSPAR (Oslo-Paris-Konvention vom 22. September 1992) wird dafür an den Küsten des Nordostatlantiks Müll gesammelt und nach einheitlichen Kategorien protokolliert.
Indikator 2: Trends bei den Abfallmengen, die am Meeresboden liegen, in der Wassersäule schweben und auf der Wasseroberfläche treiben. Es wird untersucht, wie sich der Müll zusammensetzt, wie er sich verteilt und aus welchen Quellen er stammt. Dazu dienen beispielsweise Beobachtungsflüge.
Indikator 3: Trends bei der Menge, Verteilung und Zusammensetzung von Mikropartikeln (insbesondere Plastik).
Kriterium 2: Belastung des Lebens im Meer durch Müll
Indikator 1: Trends bei der Menge und Zusammensetzung von Müll, der von Meerestieren verschluckt wird (Magen­untersuchungen). Dafür werden an den Küsten des Nordostatlantiks tote und gestrandete Vögel untersucht, unter anderem Eissturmvögel (Hochseevogelart). Darüber hinaus werden auch tote Seehunde, Kleinwale und Kegelrobben analysiert.