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3 Rohstoffe aus dem Meer – Chancen und Risiken

Öl und Gas

Öl und Gas aus dem Meer
> Erdgas und Erdöl werden schon seit mehr als 100 Jahren aus dem Meer gewonnen. Da heute viele Lagerstätten im flachen Meer bereits ausgebeutet sind, dringt man in immer größere Tiefen vor. Doch obwohl die Förderraten hoch wie nie sind, geht die Ölverschmutzung insbesondere aufgrund strenger Auflagen für den Schiffsverkehr zurück. Die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ allerdings zeigt, dass die Sicherheit bei der Ölförderung lange vernachlässigt wurde.

Den Energiehunger stillen

> Rund ein Drittel der weltweiten Erdgas- und Erdölmengen wird im Meer gewonnen. Dieser Anteil wird sich in den kommenden Jahrzehnten noch erhöhen, denn die ozeanischen Lagerstätten bergen noch enorme Vorräte. Allerdings müssen die Konzerne in immer größere Meerestiefen vordringen, weil viele Gas- und Ölfelder im Flachwasser bereits weitgehend ausgebeutet sind.

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Erdgas und Erdöl gewinnen

> Erdgas und Erdöl sind im Laufe der Erdgeschichte aus den Überresten von Meeresalgen und Landpflanzen entstanden. Diese konnten sich in bestimmten Gesteinsschichten zu großen Vorkommen ansammeln. Mit moderner Bohrtechnik und riesigen Plattformen holt man die Rohstoffe heute aus immer größeren Tiefen. Sogar auf dem Meeresboden werden Förderanlagen errichtet.

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Von der Verölung der Ozeane

> Immer noch ist das Meer durch Ölverschmutzung gefährdet. Ölunfälle haben allerdings einen geringen Anteil daran. Das größte Problem bleibt die schleichende Verölung durch Abwässer oder die Schifffahrt. Schutzkonventionen, eine bessere Überwachung der Seewege und Notfallpläne aber tragen dazu bei, dass inzwischen weniger Öl ins Meer gelangt. Und auch aus der Explosion der Plattform „Deepwater Horizon“ scheint man gelernt zu haben.

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Weniger Ölverschmutzung im Meer – trotz steigenden Energiebedarfs

Ungeachtet der weltweiten Diskussion um den Klimawandel und den Ausstoß von Kohlendioxid, verbrauchen die Menschen weltweit von Jahr zu Jahr mehr Energie. Seit Anfang der 1970er Jahre hat sich der globale Energiebedarf verdoppelt, bis zum Jahr 2035 wird er sich noch einmal um rund ein Drittel erhöhen. Die Ursachen für den wachsenden Energiehunger sind insbesondere das Bevölkerungswachstum in Asien sowie die fortschreitende Industrialisierung in den Schwellenländern. Die fossilen Rohstoffe Kohle, Erdöl und Erdgas werden nach Einschätzung von Fachleuten trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien weiterhin den größten Teil der Energie liefern. Während Kohle und Erdgas die Nachfrage noch bis weit über dieses Jahrhundert hinaus decken können, dürfte die Ölproduktion bis 2050 abnehmen. Schon heute sind viele ehemalige Lagerstätten am Land und in den flachen Meeresgebieten weitgehend ausgebeutet. Mit tertiären Förderverfahren, bei denen Heißwasser oder Flüssigkunststoffe in die Lagerstätten eingepresst werden, um das restliche Öl herauszudrücken, versucht man die Ausbeute zu erhöhen. Darüber hinaus strebt die Branche in immer größere Tiefen. Zwar ist die Gas- und Ölförderung in der Tiefsee rund 4-mal teurer als im Flachwasser, doch mit steigendem Ölpreis wird diese Förderung wirtschaftlich. Öl wird heute bereits aus einer Wassertiefe von mehr als 2900 Metern gewonnen. Beim Erdgas liegt der Tiefenrekord bei 2700 Metern. Um Erdöl und Ergas zu gewinnen, werden verschiedene Typen von Plattformen eingesetzt. Beim Bohren kommen meist spezielle Bohrplattformen zum Einsatz, die nach Ende der Bohrarbeiten durch Förderplattformen ersetzt werden. In vielen Regio-nen benutzt man heute außerdem Förderanlagen, die direkt auf den Meeresboden gesetzt werden. Bei solchen sogenannten Subsea-Vorrichtungen werden Kompressoren, Pumpen oder Stromversorgungsmodule am Meeresboden zu einer einizigen Gesamtanlage zusammengeschlossen. Wie die Explosion der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Jahr 2010 zeigt, ist die Ölgewinnung in der Tiefe eine besondere Herausforderung. Es dauerte ganze 3 Monate, um das Leck am Meeresboden abzudichten. So tragisch Ölkatastrophen von solchem Ausmaß sind: Derart spektakuläre Unfälle sowie Tankerhavarien tragen heute im Durchschnitt nur mit etwa 10 Prozent zur Verölung der Ozeane bei. Problematischer ist viemehr die Verschmutzung der Meere durch die sogenannte schleichende Ölpest, also die chronische Verschmutzung aus vielen kleinen Quellen. Dazu zählt Öl, das durch die Schifffahrt ins Meer gelangt, beispielsweise durch illegale Tankreinigungen oder Unachtsamkeit beim Verladen. Wie die europäischen Staaten in der Vergangenheit gezeigt haben, lässt sich die Zahl dieser Verschmutzungen aber durch intensive Überwachungsflüge der Küstengewässer reduzieren, und erfreulicherweise hat die Ölverschmutzung der Meere in den vergangenen Jahrzehnten weltweit abgenommen. Dazu haben vor allem internationale Meeresschutzabkommen und Konventionen beigetragen. Mit ihnen wurden beispielsweise Tanker mit einer doppelten Außenhaut zur Pflicht. Außerdem wurde die Überwachung der Schifffahrtswege durch wirkungsvollere Radartechnik und Schiffserkennungssysteme deutlich verbessert. In vielen Ländern gibt es heute darüber hinaus ausgefeilte Notfallpläne, nach denen man nach Havarien die Ölbekämpfung organisiert und international koordiniert. Trotz dieses positiven Trends ist die Ölmenge, die weltweit jedes Jahr in die Ozeane gelangt, mit derzeit rund 1 Million Tonnen noch viel zu hoch, weil dadurch weiterhin viele marine Lebensräume und Organismen vergiftet werden.