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3 Rohstoffe aus dem Meer – Chancen und Risiken

Vorkommen und Märkte

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Gemäß dieser Darstellung gilt ein Rohstoffmarkt als wenig konzentriert, wenn der HHI unter 1500 liegt. Oberhalb von 2500 gilt ein Markt als stark konzentriert beziehungsweise monopolisiert. Werte dazwischen weisen auf eine mäßige Konzentration hin. Bewertet man die Rohstoffe zugleich nach dem GLR und dem HHI, lassen sie sich 3 verschiedenen Risikogruppen zuordnen: Rohstoffen mit geringem Risiko, Rohstoffen mit mittlerem Risiko und Rohstoffen mit hohem Risiko. Zu den Rohstoffen mit geringem Risiko zählt Kupfer. Es hat einen geringen Länderrisikowert und zugleich geringe Firmen- und Länderkonzentrationswerte. Das liegt daran, dass Kupfer in politisch stabilen Staaten und von einer Reihe unterschiedlicher Unternehmen gefördert wird.
2.3 > Wie sicher die Versorgung mit einzelnen Rohstoffen ist, wird ermittelt, indem man die Zuverlässigkeit der Exportnationen (gewichtetes Länderrisiko) und die Monopolisierung der einzelnen Rohstoffmärkte betrachtet. Diese Grafik berücksichtigt insbesondere die Monopolstellung von Ländern (Länderkonzentration). Rohstoffe, für die die Versorgung als sicher gilt (geringes Risiko), sind grün unterlegt. Rohstoffe mit mittlerem Risiko sind gelb unterlegt. Rot unterlegt sind Rohstoffe, bei denen die Versorgungslage unsicher ist (hohes Risiko).

2.3 > Wie sicher die Versorgung mit einzelnen Rohstoffen ist, wird ermittelt, indem man die Zuverlässigkeit der Exportnationen (gewichtetes Länderrisiko) und die Monopolisierung der einzelnen Rohstoffmärkte betrachtet. Diese Grafik berücksichtigt insbesondere die Monopolstellung von Ländern (Länderkonzentration). Rohstoffe, für die die Versorgung als sicher gilt (geringes Risiko), sind grün unterlegt. Rohstoffe mit mittlerem Risiko sind gelb unterlegt. Rot unterlegt sind Rohstoffe, bei denen die Versorgungslage unsicher ist (hohes Risiko). © BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)
Zu den Rohstoffen mit besonders hohem Risiko zählen die Seltenerdelemente oder auch das Halbmetall Antimon. Vorkommen mit hohen Antimongehalten gibt es vor allem in China, das rund 84 Prozent der Weltproduktion liefert. Entsprechend hoch ist der HHI-Wert. Antimon wird für Touchscreens und mikroelektronische Bauteile benötigt und ist als Flammschutzmittel für feuerfeste Bekleidung und Kunststoffe sehr gefragt.

Wie lange reichen die Vorkommen?

Die Berechnung des Versorgungsrisikos liefert natürlich nur eine Momentaufnahme. Darüber, wie lange die Rohstoffe in Zukunft verfügbar sein werden, geben sie keine Auskunft. Diese Frage versuchen Geowissenschaftler zu beantworten, indem sie die Reserven und Ressourcen der verschiedenen Rohstoffe abschätzen. Grundsätzlich weiß man nämlich, wo bestimmte Erze zu erwarten sind. Denn bestimmte Rohstoffe treten meist in charakteristischen geologischen Formationen auf, deren weltweite Verteilung heute weitgehend bekannt ist. Platin etwa kommt vor allem in der südafrikanischen Bushveld-Region in einer geschichteten magmatischen Intrusion vor. Dabei handelt es sich um eine durch magmatische Aktivität entstandene Gesteinsschicht, die benachbarte Gesteinsschichten durchbrochen hat. Auch in anderen Regionen der Welt findet man Platin in geschichteten magmatischen Intrusionen. Allerdings ist der Gehalt an Platin in den Erzen oft so gering, dass sich der Abbau nicht lohnt. Um herauszufinden, ob Metalle in einer geologischen Formation in ausreichend hoher Konzentration auftreten, sodass von einer Lagerstätte die Rede sein kann, muss man Bodenuntersuchungen, geologische und geophysikalische Analysen und Probebohrungen durchführen.
2.4 > Je nachdem wie gut die Vorkommen mineralischer Rohstoffe bekannt oder beprobt sind, werden sie in verschiedene Kategorien eingeteilt. Eine Rolle spielt auch, ob die Rohstoffe wirtschaftlich gewonnen werden können.
2.4 >  Je nachdem wie gut die Vorkommen mineralischer Rohstoffe bekannt oder beprobt sind, werden sie in verschiedene Kategorien eingeteilt. Eine Rolle spielt auch, ob die Rohstoffe wirtschaftlich gewonnen werden können. © BGR
Für viele Gebiete der Erde gibt es solche Untersuchungen aber noch nicht, denn die Erkundung neuer Lagerstätten in unbekannten Terrains ist ausgesprochen teuer und aufwendig. Bislang konzentriert man sich daher auf die Gegenden in der Nähe schon bekannter Vorkommen. Große Teile Australiens, Kanadas, Südamerikas und Westafrikas sind aus diesem Grund bis heute kaum exploriert. Die Abschätzung der weltweiten Vorkommen ist deshalb sehr unsicher. Je nachdem wie gut ein Areal bereits beprobt oder erschlossen wurde, unterscheidet man verschiedene Typen von Vorkommen:
  • RESERVEN: Reserven sind Rohstoffvorkommen, die bereits durch Beprobungen nachgewiesen wurden und mit heutiger Technik wirtschaftlich abgebaut werden können.
  • RESSOURCEN: Als Ressource wird ein Vorkommen bezeichnet, wenn die Metallgehalte und die Größe noch nicht durch geeignete Beprobungen ermittelt wurden oder wenn die Rohstoffe nicht wirtschaftlich abgebaut beziehungsweise verarbeitet werden können. Ein Beispiel sind Nickellateriterze, eine spezielle Form von Nickelerz, bei der Nickel in tropischen und subtropischen Verwitterungsböden angereichert ist. Bis in die 1950er Jahre gab es kein wirtschaftliches Industrieverfahren, um das Nickel aus dem Erz herauszulösen. Zwar waren die Vorkommen bekannt, sie ließen sich jedoch nicht nutzen. Die Laterite wurden deshalb zu den Ressourcen gezählt. Mit der Entwicklung eines geeigneten metallurgischen Verfahrens wurden die Laterite später zu einer nutzbaren Reserve. Heute stammen rund 50 Prozent des weltweit produzierten Nickels aus solchen lateritischen Lagerstätten.
2.5 > Bauxit gewinnt man überwiegend im Tagebau. 800 Tonnen trägt eine solche Spezialmaschine pro Stunde ab. Verwendet wird Bauxit vor allem für die Herstellung von Aluminium.
2.5 > Bauxit gewinnt man überwiegend  im Tagebau. 800 Tonnen trägt eine solche Spezialmaschine pro Stunde ab. Verwendet wird Bauxit vor allem für die Herstellung  von Aluminium. © Wirtgen GmbH
Anders als bei Erdgas und Erdöl werden die Reserven und Ressourcen bei Metallen nach dem Grad ihrer Beprobung noch weiter unterteilt. Berücksichtigt wird außerdem, inwieweit der Abbau wirtschaftlich ist. Angesichts der großen Landgebiete weltweit, die noch nicht näher beprobt sind, gehen Geowissenschaftler davon aus, dass es noch viele unentdeckte Lagerstätten gibt und diese somit theoretisch den wachsenden Bedarf an mineralischen Rohstoffen auch in Zukunft decken können. Fraglich ist nur, ob man an Land tatsächlich neue große Bergwerke oder Tagebaue öffnen wird, denn der Eingriff in die Landschaft ist massiv. In den vergangenen Jahrzehnten wurden durch den Berg- und Tagebau viele Landstriche völlig verändert. Menschen verloren ihre Heimat, wichtige Ökosysteme wurden zerstört. Durch den Kupferbergbau in Südamerika sind riesige Krater entstanden. In Brasilien wurden durch den Tagebau von Bauxit, einem weiteren Verwitterungsboden, aus dem Aluminium gewonnen wird, große Regenwaldgebiete vernichtet. Ein Ausbau der Förderung an Land wird deshalb sehr kritisch gesehen. >
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