Suche
english
1 Mit den Meeren leben – ein Bericht über den Zustand der Weltmeere

Transport

Das Meer – der weltumspannende Transportweg
> Jahrzehntelang nahm der Seeverkehr enorm zu. Die Weltwirtschaftskrise aber bescherte der Branche einen jähen Absturz. Zwar ist eine Erholung der Märkte in Sicht, noch aber weiß niemand, wie sich der Globalisierungsprozess fortsetzen wird und ob die Wirtschafts- und Finanzmärkte sich als stabil erweisen werden. Zudem könnten die wachsende Pirateriegefahr und der Terrorismus den Seeverkehr erschweren.

Ein dynamischer Markt – der Weltseeverkehr

> Tanker, Massengutfrachter und Containerschiffe sind die wichtigsten Trans­portmittel unserer Zeit. Auf einigen wenigen Hauptrouten tragen sie jedes Jahr Milliarden Tonnen Güter um die Welt. Als Revolution gilt die Containerisierung der Schifffahrt, die den Warentransport effizienter gemacht hat. Trotz der Wirtschaftskrise könnte der maritime Aufschwung anhalten.

weiter >

Piraterie und Terrorismus im globalen Seeverkehr

> Piratenangriffe sind in den vergangenen Jahren zunehmend in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Die wachsende Bedrohung kann durchaus zu höheren Kosten führen – etwa bei den Versicherungsprämien. Letztlich ist das Risiko, Opfer eines Piratenangriffs zu werden, aber relativ gering. Der Schutz vor terroristischen Anschlägen wiederum entpuppt sich als ein Hindernis im internationalen Seeverkehr, weil er spürbare Kostensteigerungen nach sich zieht.

weiter >

Der Weltseeverkehr – ein Blick in die Zukunft

Die globale Wirtschaftskrise hatte zu einem tiefen Einbruch des Weltseeverkehrs geführt. Aber die Weltwirtschaft hat sich in 2010 tiefgreifend erholt. Der Welthandel, der bis ins Frühjahr des vergangenen Jahres hinein rückläufig gewesen war, nahm ab Sommer 2009 wieder deutlich zu. Allerdings wird die Konjunktur wohl noch geraume Zeit weiter belastet bleiben. Alles in allem rechneten die größten deutschen Konjunkturforschungsinstitute in ihrer Herbstprognose 2010 damit, dass dem Rückgang der Weltproduktion um 1 Prozent 2009 im Jahr 2010 ein Anstieg um 3,7 Prozent folgt (2011: 2,8 Prozent), getragen vor allem von der wieder zügigen Erholung in einigen Schwellenländern, China und einigen westeuropäischen Ländern. Der Welthandel hat 2009 mit einer Rate von 11,3 Prozent einen kräftigen Einbruch erlitten und wird 2010 allerdings um ungefähr 12 Prozent zulegen (2011: 6,8 Prozent). Das hat auch die Transport­nachfrage wieder verhalten anziehen lassen. Offen bleibt, ob und wie sich die Globalisierung der Märk­te fortsetzen oder verändern wird. Die Befürchtungen, dass die Finanzkrise zu einer spürbaren Beeinträchtigung der internationalen Arbeitsteilung und damit des Welthandels und des Seeverkehrs führen könnte, sind noch nicht endgültig ausgeräumt. Auch die Container-Erfolgsstory endete mit dem Absturz der Weltwirtschaft im Jahr 2008 abrupt. A. P. Moeller-Maersk A/S, die Eigentümerin der größten Containerflotte der Welt, schätzt, dass der Containerumschlag 2009 um 10 Prozent eingebrochen ist – der erste Rückgang seit dem ersten weltweiten Einsatz von Containern in den 1970ern! Die Containerschifffahrt wird nach ihren erfolgreichsten Jahren auch wegen der bevorstehenden starken Flottenexpansionen in den kommenden Jahren unter Druck geraten. In naher Zukunft wird eine riesige Anzahl extrem großer Containerfrachtschiffe fertiggestellt, was eine zügige Erholung der Fracht­raten beeinträchtigen wird. Wie stark sich der Kli­mawandel auf die Schifffahrt auswirken wird, ist kaum abzusehen. Extreme Wetterereignisse wie etwa Stürme könnten die Transport- und Navigationsbedingungen beeinträchtigen, die Risiken für Schiffe und Ladungen erhöhen oder das Be- und Entladen erschweren. Der Gütertransport über See, das wichtigste weltweite Transportmedium, würde sich durch den Klimawandel möglicherweise verteuern. Andererseits könnte der Wandel neue Schifffahrtsrouten ermöglichen und so zu beträchtlicher Zeit- und Energieersparnis führen. So wären die Nordwest- und die Nordostpassage für mehrere Wochen oder gar Monate im Jahr befahrbar (Kapitel 1).