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1 Mit den Meeren leben – ein Bericht über den Zustand der Weltmeere

Gefahr durch Meeresspiegelanstieg

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Der Meeresspiegel­anstieg Der Meeresspiegel­anstieg hat verschiedene Ursachen. Der eustatische Anstieg wird durch das Abschmelzen von Gletschern und den Abfluss dieser Wassermassen ins Meer bewirkt. Ursache des isostatischen Anstiegs hingegen sind tektonische Bewegungen wie etwa das Heben und Senken von Erdkrus­tenplatten. Die thermische Expansion wiederum wird durch die Ausdehnung des Meerwassers aufgrund der Erderwärmung bewirkt.

Gemessen an den geringen Veränderungen während der letzten 6000 Jahre ist der globale Anstieg des Meeresspiegels um 18 Zentimeter im vergangenen Jahrhundert beachtlich. Allein im letzten Jahrzehnt waren es 3,2 Zentimeter. Das ergaben Pegelmessungen an der Küste im vergangenen Jahrhundert und zusätzlich seit 1993 von Satelliten durchgeführte Messungen der Höhe von Land- und Wasseroberflächen weltweit, der sogenannten Satelliten­altimetrie. Zwar sind diese Zeiträume kurz, dennoch lässt sich an den Messwerten eine deutliche Zunahme der Mee­res­spiegelanstiegsraten beobachten. Wie stark einzelne Faktoren dazu beitragen, wird von Fachleuten unterschied­lich beurteilt:
  • 15 bis 50 Prozent des Meeresspiegelanstiegs gehen auf die temperaturbedingte Ausdehnung des Meerwassers zurück;
  • 25 bis 45 Prozent auf das Abschmelzen von Gebirgsglet­schern außerhalb der Polarregionen;
  • 15 bis 40 Prozent auf das Abschmelzen der Eiskappen auf Grönland und in der Antarktis.
3.3 > Touristen seilen sich von einer Kante auf dem antarktischen Ross-Schelfeis ab. Sollten die der Küste vorgelagerten, auf dem Meer ruhenden Schelfeismassen verstärkt schmelzen, könnten die Gletscher zunehmend kalben, weil das Hindernis Schelfeis fehlt. 
© imago/Photoshot/Evolve 3.3 > Touristen seilen sich von einer Kante auf dem antarktischen Ross-Schelfeis ab. Sollten die der Küste vorgelagerten, auf dem Meer ruhenden Schelfeismassen verstärkt schmelzen, könnten die Gletscher zunehmend kalben, weil das Hindernis Schelfeis fehlt.
Aus den Messdaten können mithilfe von Modellrechnungen Vorhersagen über den künftigen Meeresspiegel­anstieg getroffen werden – so wie beispielsweise im letzten Bericht des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) aus dem Jahr 2007. Dieses Werk ist der zurzeit aktuellste weltweite Klimabericht. Er sagt bis zum Jahr 2100 einen globalen Meeresspiegelanstieg um bis zu 59 Zentimeter voraus. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass die großen Inlandeismassen der Erde (im Wesentlichen die Eismassen auf der Insel Grönland und in der Antarktis) durch die globale Erwärmung stärker abschmelzen könnten. Allerdings zeigen aktuelle Satellitenmessungen von den Rändern des grönländi­schen Eisschildes, der Westantarktis und der Gebirgsgletscher außerhalb der Polarregionen, dass die Höhe der Gletscher und damit das Eisvolumen schneller abnimmt, als Fachleute bisher angenommen haben. Diese Daten und auch Modellrechnungen lassen erwarten, dass der Meeresspiegel bis zum Ende dieses Jahrhunderts sogar um mehr als 80, eventuell sogar bis zu 180 Zentimeter steigt. Das Abschmelzen der antarktischen und grönländischen Gletscher dürfte sich noch bis weit über das nächste Jahrhundert hinaus verstärken. Die übrigen Hochgebirgsgletscher werden dann bereits abgeschmolzen sein und nicht mehr zum Meeresspiegelanstieg beitragen. Der wissenschaftliche Beirat der deutschen Bundesregierung prognostiziert einen Meeresspiegelanstieg von 2,5 bis 5,1 Metern bis zum Jahr 2300. Die Werte liegen vor allem deshalb so weit auseinander, weil das Klimasystem träge ist und sich nicht gleichmäßig, linear, verändert. Eine Prognose ist deshalb unsicher. In jedem Fall wird sich der Anstieg des Meeresspiegels zunächst langsam beschleunigen. Legt man die heutige Anstiegsrate zugrunde, würde sich bis zum Jahr 2300 ein Meeresspiegelanstieg von nur knapp 1 Meter ergeben. Der heutige Anstieg ist jedoch eine Reaktion auf eine durchschnittliche globale Erwärmung von gerade einmal 0,7 Grad Celsius während der vergangenen 30 Jahre. Der IPCC-Bericht aber sieht für die Zukunft eine deutlich größere Temperaturerhöhung um 2 bis 3 Grad Celsius voraus. Damit könnte der Meeresspiegel weltweit künftig tatsächlich so stark steigen, wie vom wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung vorausgesagt.
3.4 > Der Meeresspiegel wird bis zum Ende dieses Jahrhunderts deutlich steigen. Unklar ist, wie stark dieser Anstieg ausfällt. Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) erwartet für dieses Jahrhundert einen Anstieg von bis zu knapp einem Meter (unten). Andere Forscher halten sogar einen Anstieg um bis zu 180 Zentimeter für möglich (oben). Da in beiden Fällen mehrere Studien und Szenarien zugrunde gelegt wurden, weisen die Ergebniswerte der Prognosen eine gewisse Bandbreite auf. In jedem Fall summieren sich das Abschmelzen der Gletscher und die Ausdehnung des Wassers aufgrund der Erderwärmung auf. Die Rekordwerte werden für den Fall erwartet, dass sich das Abschmelzen der antarktischen und grönländischen Eispanzer verstärkt.
3.4 > Der Meeresspiegel wird bis zum Ende dieses Jahrhunderts deutlich steigen. Unklar ist, wie stark dieser Anstieg ausfällt. Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) erwartet für dieses Jahrhundert einen Anstieg von bis zu knapp einem Meter (unten). Andere Forscher halten sogar einen Anstieg um bis zu 180 Zentimeter für möglich (oben). Da in beiden Fällen mehrere Studien und Szenarien zugrunde gelegt wurden, weisen die Ergebniswerte der Prognosen eine gewisse Bandbreite auf. In jedem Fall summieren sich das Abschmelzen der Gletscher und die Ausdehnung des Wassers aufgrund der Erderwärmung auf. Die Rekordwerte werden für den Fall erwartet, dass sich das Abschmelzen der antarktischen und grönländischen Eispanzer verstärkt. © maribus (nach Vermeer und Rahmstorf, 2009; IPCC 2007, Church et al., 2008)
Wie bei den Klimaschwankungen in der jüngeren Erdgeschichte werden sich auch bei der gerade stattfindenden globalen Erwärmung die Temperaturen in den Polargebieten stärker als im globalen Mittel erhöhen und damit den Meeresspiegelanstieg entscheidend beeinflussen. Die stär­­kere Erwärmung in höheren Breiten wird durch die Abnahme der Albedo, der Rückstrahlung des Sonnenlichts, verursacht: In dem Maße wie die hellen, stark reflektierenden Meereis- und Gletscherflächen schrumpfen, dehnen sich die dunklen Boden- und Meeresoberflächen aus, die das Sonnenlicht deutlich stärker absorbieren. Sollten die Festlandeismassen in Grönland und der Westantarktis weitestgehend abschmelzen, könnte der Meeresspiegel im Laufe von 1000 Jahren im Extremfall sogar um 20 Meter steigen. Vor allem in der Westantarktis werden die randlichen Gletscher durch Fließvorgänge instabil, sodass sie Druck auf die vorgelagerten, auf dem Meer ruhenden Schelfeismassen ausüben. Das mit dem Festland verbundene Schelf­eis kann dadurch teilweise aus seiner kontinentalen Verankerung brechen. In letzter Konsequenz verstärkt sich das Kalben der Gletscher, weil das Hindernis Schelfeis fehlt. Darüber hinaus können selbst bei geringem Meeresspiegelanstieg randliche Festlandeismassen in großen Mengen abbrechen, weil sie vom steigenden Wasser unterspült werden. Textende
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